Villeneuve-d’Ascq
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Villeneuve-d’Ascq ist eine Stadt im Norden von Frankreich. Sie liegt in unmittelbarer Nachbarschaft von Lille, Département Nord, in der Region Nord-Pas-de-Calais mit {{EWZ|FR|59009}} Einwohnern (Stand {{EWD|FR|59009}}) im Stadtbereich und ist eine der wichtigeren Städte der Metropolregion Lille ({{lang|fr|Communauté Urbaine}}).
Villeneuve-d’Ascq nennt sich {{lang|fr|Technopole Verte}} („Grüne Technologiestadt“), was durch das Stadtlogo symbolisiert wird: eine blaue Kugel (Technologie) neben einem grünen Blatt (Respekt für die Umwelt).
Nach einem etymologischen Wörterbuch (Dauzat/Rostaing) kommt der Name {{lang|fr|Ascq}} vom flämischen {{lang|vls|ask}}, was auf Deutsch „Esche“ bedeutet.
Geografie
Lage
Die Stadt grenzt unmittelbar an den Südosten der Stadt Lille. Die Grenze zu Belgien liegt östlich etwa 20 km entfernt. Etwa 10 km² des Stadtgebiets sind Grünfläche, Wald, Gewässer oder landwirtschaftliche Nutzfläche.
Stadtgliederung
Neben den alten Ortschaften Annappes, Ascq und Flers gehören zum Stadtgebiet die Quartiere Babylone, Brigode, Château, Cité Scientifique. Cousinerie, Croix de Wallers, Hempempont, Hôtel de Ville, Pont de Bois, Poste. Prés. Recueil, Résidence, Sart und Triolo.
Bevölkerung
In der Stadt leben etwa 62.000 Einwohner. 50.000 Studenten besuchen die Hochschulen. Das Durchschnittsalter liegt bei 29 Jahren.
Geschichte
Das Dorf Ascq wurde erstmals als Asnapio zur Zeit Karls des Großen urkundlich erwähnt. Es gehörte jahrhundertelang zur Grafschaft Flandern bzw. zum Herzogtum Burgund, seit dem Vertrag von Aachen von 1668 ist es Teil Frankreichs.
Während des Zweiten Weltkrieges verübte in der Nacht vom 1. zum 2. April 1944 eine Kampfgruppe der 12. SS-Panzer-Division „Hitlerjugend“ das Massaker von Ascq, dem 86 Menschen zum Opfer fielen. An dieses Massaker erinnert seit 2005 ein Mahnmal.
Die Trabantenstadt Villeneuve d’Ascq wurde 1970 gegründet. Die neue Stadt vereint die Dörfer von Ascq (flämisch Ast), Annappes und Flers (niederländisch Laar) und wuchs in den Jahren darauf kontinuierlich.
Politik
Villeneuve-d’Ascq ist eine Hochburg der französischen Linken. Angeführt von den Sozialisten (PS) erzielt die Allianz außerordentliche Wahlergebnisse.
Bürgermeister Jean-Michel Stievenard (PS), im Amt (2001–2008) folgte auf Gérard Caudron (PS), der von 1977 bis 2001 im Amt war und stets im ersten Wahlgang gewählt worden war. 2008 kam erneut Gérard Caudron ins Amt.{{Internetquelle |hrsg=Pressestelle Stadt Leverkusen |url=http://www.presse-service.de/data.cfm/static/691168.html |titel=Neuer Bürgermeister in Villeneuve d’Ascq |datum=18. März 2008 |zugriff=7. April 2008 }}
Dem Gemeinderat gehören 34 Mitglieder an, darunter sind 14 Frauen.
Städtepartnerschaften
Villeneuve d’Ascq unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:
* Leverkusen, Deutschland* Tournai, Belgien
* Stirling, Schottland
* Gatineau, Kanada
* Iași, Rumänien
* Ouidah, Benin
* Racibórz, Polen
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
Auf dem Stadtgebiet von Villeneuve-d’Ascq stehen zwei Schlösser: das klassizistische Schlösschen Le Sart, das heute als Vereinsheim eines Golfclubs dient, und das aus dem 17. Jahrhundert stammenden Schloss Flers, das in seinem Untergeschoss ein Museum beherbergt.
Sport
Villeneuve-d’Ascq wurde 1996 zur sportlichsten Stadt Frankreichs gewählt. Das hat seinen guten Grund: Die Stadt investiert in den Sport mehr als in die Kultur (mehr als 10 % des städtischen Etats). Dazu gehören u. a. 27 Sporthallen, 16 Fußball- und 2 Rugbyplätze, 12 Tennisplätze, 2 Golfplätze.
Derzeit beherbergt Villeneuve in ihrem städtischen Stadion den französischen Fußball-Erstligisten OSC Lille.
Wirtschaft und Infrastruktur
Betriebe und staatliche Strukturen
thumb|right|Firmensitz [[Cofidis.]]
Auf Grund des Platzangebotes haben verschiedene große Betriebe ihren Firmensitz in Villeneuve d’Ascq. Zudem ist die Stadt ein Forschungstandort, besonders in der Cité Scientifique (Universität für Wissenschaften) und Haute Borne (Firmensitzviertel). Und sehr günstig ist die Lage der Stadt in der Nähe von Benelux und Paris.
Hauptsächlich findet man in Villeneuve d’Ascq den Firmensitz von Bonduelle, der auf die Verarbeitung von Gemüse spezialisiert ist, den Firmensitz der Kreditbank Cofidis, den Firmensitz des Sportartikelherstellers Decathlon-Oxylane, den Firmensitz der Schokoladen- und Süssigkeitenfabrik Bouquet d'Or, den Firmensitz der handwerklichen Brauerei Moulins d'Ascq, den Firmensitz der Einweggeschirrfabrik Tifany Industrie (Ex-EMP-Fourlegnie), auch das Sicherheitssoftwareunternehmen NetASQ, sowie die Fastfoodketten Flunch, Les 3 Brasseurs und Pizza Paï.
In Villeneuve d’Ascq liegt auch der europäische, mittel-östliche und afrikanische Firmensitz des IT-Beraters Softthinks und der europäische Firmensitz und das Forschungs- und Entwicklungszentrum des kanadischen Lebensmittelkonzerns McCain Foods. In der Stadt liegt auch die französische Einkaufsgemeinschaft der Hypermarkette Auchan, das europäische Forschungs- und Entwicklungszentrum des englischen Lebensmittelkonzerns Tate & Lyle und ein Digitalisierungs- und Datacenter des amerikanischen Technologieunternehmens Xerox.
Villeneuve d’Ascq nimmt auch manche Staatsdienstgebäude und staatliche Strukturen auf. Da liegt die Nord-Regionaldirektion von Wetterdienst Météo-France, ein Quartier der Gendarmerie Nationale (dort leben 450 Polizisten und ihre Familien). Auch die Nord-Regionaldirektion des Straßenverkehrs (CRICR) ist dort beheimatet. Seit 1998 hat der Telefonanbieter Orange Büros in Villeneuve d’Ascq, der im Jahre 2005 die dritthöchsten Unternehmenssteuern in der Metropolregion Lille zu zahlen hatte. Es gibt auch in der Stadt ein Datenverarbeitungszentrum (Informatikzentrum) und ein Regionalaufsichtszentrum der Elektrizitätsgesellschaft Électricité de France, das im nordwestlichen Teil Frankreichs alles kontrolliert.
Von 1984 bis 1994 lag eine große Kleincomputerfabrik Bull in Villeneuve d’Ascq da, wo heute der Decathlon-Oxylane Firmensitz ist. Früher stand auch eine chemische Fabrik der Rhône-Poulenc-Gruppe auf einem zehn Hektar großen Gelände, wo sich heute das Versandhandelunternehmen 3 Suisses befindet.
Villeneuve d’Ascq beherbergt im Stadtviertel Recueil die Nordregionaldirektion des französischen Instituts für Textilien und Kleidung (Institut français du textile et de l'habillement). Es berät Textilunternehmen bei technologischen und wirtschaftlichen Fragen. In Villeneuve d’Ascq gibt es insgesamt 2000 Unternehmen.
Handel und Geschäfte
Es gibt in Villeneuve d’Ascq zwei wichtige Einkaufszentren. Bei seiner Eröffnung war das V2 der größte Großmarkt nördlich von Paris. Im Jahre 2004 war V2 noch das größte Einkaufsgebiet der Region Nord-Pas-de-Calais. Dann wurde ein neues Einkaufszentrum Heron Parc neben V2 im Jahre 2009 geöffnet. Heron Parc hat ein 13000 Quadratmeter großes Einkaufsgebiet, viele Restaurants, und ein Kino mit 12 Sälen. Da gehören die meisten Unternehmen der Mulliez-Holding, einem Familienunternehmen.
Wirtschaftliche Dynamik
Im Oktober 1996 war Villeneuve d’Ascq auf dem 11. Platz der Liste der dynamischsten Städte in Frankreich, die von der Zeitung Les Échos erstellt wird. Sie ist die einzige französische Stadt in Nord-Pas-de-Calais, die in die 50 ersten Städten eingestuft ist.
In einer Studie der Monatszeitschrift L'Expansion im Jahre 2007 ist Villeneuve d’Ascq im Vergleich mit ganz Frankreich für die Einstellungsaussichten (Stellenangebote) für die zehn kommenden Jahre in den ersten Platz eingestuft. Die Stellenentwicklung in Villeneuve d’Ascq scheint +23,7 % bis 2017 zu sein, mehr als in Lille, Marseille, Lyon und Paris.
Bildung
Villeneuve d’Ascq ist das größte Hochschulzentrum der Eurometropole Lille-Kortrijk-Dornick und der Euroregion Lille-Flandern. Die Stadt beherbergt zahlreiche Universitäten und wissenschaftliche Hochschulen (etwa 42000 Studenten und 2500 Forscher). In der neuen Stadt befinden sich zwei große Universitätsgelände. Zum einen die wissenschaftliche Universität, Universität Lille I: die größte Universität in der Region im Bezug auf die wissenschaftliche Ausbildung und die größte französische Universität im Bezug auf die Fortbildung. Zum anderen die Literatur- und Humanwissenschaftliche Universität Lille III. An diesen beiden Hochschulen sind beinahe die Hälfte der Studenten der Université Lille Nord de France immatrikuliert.
In Villeneuve d’Ascq befindet sich ein Universitätstechnologieinstitut (IUT A) ebenfalls, auch die Baukunst- und Landschaftshochschule von Lille (École nationale supérieure d'architecture et de paysage de Lille), sowie fünf technische Hochschulen: École Centrale de Lille, École nationale supérieure de chimie de Lille, Polytech'Lille (früher EUDIL), Télécom Lille 1 (früher ENIC) und die École supérieure des techniques industrielles et des textiles.
In der neuen Stadt werden 200 öffentliche und private Labore gezählt, deren 31 mit dem CNRS in Zusammenarbeit arbeiten. In Villeneuve d’Ascq haben Forschungseinrichtunegen mit internationalem Ruf ihren Sitz. Es sind: IEMN, INRIA Lille, INRETS Lille, ESTAS, LEOST, TRACES, INRA, das tierärtzliche labor, IRIS und ITF-Nord.
Zudem beherbergt die Technologiestadt den europäischen wissenschaftlichen Park Haute Borne mit etwa 150 Hektar nahe der Universität Lille I.
Verkehr
Nach Brüssel sind es etwa 40 Minuten Reisezeit, nach Paris eine Stunde und nach London zwei Stunden (alles im TGV). Der TGV-Bahnhof Lille-Europe ist vom Zentrum aus in 15 Minuten erreichbar. Auch sonst ist die Stadt gut ins französische Eisenbahnnetz eingebunden.
Die Verbindung ins Zentrum von Lille wird mit der Métro Lille nach dem System VAL hergestellt.
Mehrere französische Autobahnen haben im Großraum Lille Anfangs- bzw. Endpunkt: A 1 (Lille–Paris; E 17), A 22 (Lille–Gent/Belgien), A 23 (Lille–Valenciennes), A 25 (Lille–Dünkirchen) (E 42), A 27 (Lille–Tournai/Belgien).
Der Flughafen Lesquin ist über die Autobahn in 10 Minuten erreichbar.
Söhne und Töchter der Stadt
* Grégoire Demoustier (* 1991), französischer Autorennfahrer
Einzelnachweise
Weblinks
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* [http://www.mairie-villeneuvedascq.fr Website der Stadt]
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