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Schmuck

24.05.2012 @ 11:47, Regi51,

{{Dieser Artikel|erläutert den Schmuck als Verschönerungsmaßnahme; zum gleichnamigen Familiennamen siehe Schmuck (Familienname).}}

thumb|Schmuck (6./7. Jahrhundert, Merowingerzeit) aus Nordendorf. Römischen Museum, [[Augsburg (Bayern)]]
thumb|Fundort 74Thermengasse75 im römischen [[vicus Turicum (Zürich): Fingerringe und ein halbmondförmiger Anhänger aus Bronze.]]
thumb|In Gold gefaßter [[Wildschwein|Eberzahn. Völkerwanderungszeit. Römisch-Germanisches Museum]]

Schmuck ist ein Ziergegenstand oder eine Maßnahme zur Verschönerung. Der Begriff hat eine weitere und eine engere Bedeutung:

* Im weitesten Sinne sind mit Schmuck Verzierungen gemeint, also Maßnahmen zur Verschönerung, zur optischen Aufwertung oder zu einer Wohlstand repräsentierenden (Aus-)Gestaltung von Räumen, Objekten oder Personen. Man spricht auch von Ausschmückung oder dekorativen (schmückenden) Elementen.
* Im engeren Sinne bezeichnet der Begriff Schmuck einen subjektiv als schön empfundenen Gegenstand (Ziergegenstand, aber auch Bemalung).

* Im engsten Sinne die Gebräuche und Gegenstände, die an Körper und Kleidung des Menschen angebracht werden, und der Zierde dienen. Schmuck bezeichnet auch die Elemente, die Tiere oder Pflanzen zu analogen Zwecken als Kommunikationsmittel im weitesten Sinne ausbilden.

Etymologie


Das Wort ‚Schmuck‘ ist altgermanischen Ursprungs und bedeutete ursprünglich, sich in etwas (etwa ein Kleid) hineindrücken. Denselben Ursprung hat auch der im Deutschen für Schmuck im Sinne von wertvollen Kostbarkeiten verwendete Begriff Geschmeide oder Pretiosen.

Allgemeine Geschichte

Die Verwendung von Schmuck geht auf die Anfänge der Menschheit zurück: Neueste Forschungen weisen darauf hin, dass Menschen sich bereits vor 100.000 Jahren mit Muscheln schmückten - mindestens 25.000 Jahre früher als bislang angenommen {{internetquelle|werk=Wissenschaft.de|titel=Forscher entdecken 100.000 Jahre alte Muschelanhänger|url=http://www.wissenschaft.de/wissen/news/266578.html|zugriff=9. Juli 2009}}. Halsschmuck in Form sowohl von einfachen als auch schon mehrgliedrigen Halsketten ist bereits aus der Altsteinzeit belegt (vgl. Jungpaläolithische Kleinkunst). Die Menschen der Steinzeit arbeiteten ihre Halsketten aus Muschel- und Schneckengehäusen, Tierzähnen, Fischwirbeln und Perlen. Anhänger wurden aus Knochen, Steinen und auch bereits aus Bernstein gearbeitet.

Mit der Entdeckung der Verarbeitungsmöglichkeiten von Kupfer und Bronze wurden diese in Spiralröllchen, Plättchen, Metallperlen, Ringe und Scheiben verarbeitet. Die Verwendung organischer Stoffe wie Tierzähne oder auch Bernstein nahm dagegen ab. In der vorchristlichen Zeit war Schmuck neben anderen Gegenständen auch Grabbeigabe. Zudem wurde Schmuck nicht nur im Endneolithikum als nonverbales Zeichensystem benutzt, mit dessen identitätsstiftenden Charakter K. Geßner: Vom Zierrat zum Zeichen von Identitäten: Soziokulturelle Betrachtungen auf der Grundlage des endneolithischen Schmucks im Mittelelb-Saale-Gebiet. Ethnographisch-Archäologische Zeitschrift, 46, 2005, 1-26.sich soziale, territoriale und religiöse Gruppen optisch differenzieren konnten.

Mit der Entdeckung der Metallverarbeitung in der Bronzezeit über die Glasherstellung bis zur Entwicklung neuer Stoffe im 20. Jahrhundert (beispielsweise Kunststoff) konnte sich die Bandbreite der verwendeten Materialien bei der Schmuckanfertigung (Bijouterie) entsprechend erweitern. Mit der Verwendung von kostbaren Materialien wurde der Schmuck zugleich auch ein Wertgegenstand, der bei Tauschgeschäften verwendet wurde. Wird eine große Menge an wertvollem Schmuck entdeckt, die keinem (lebenden) Besitzer zugeordnet werden kann, spricht man auch von einem Schatz.

Körperschmuck

thumb|[[Henrietta Maria von Frankreich mit Perlenkette, 1660]]

Bei Menschen ist Schmuck ein Ziergegenstand, der am Körper getragen wird. Der Schmuck dient in erster Linie dazu, die Attraktivität oder den Stellenwert einer Person innerhalb einer Gesellschaft oder Gruppe zu erhöhen oder einen Status sichtbar darzustellen (zum Beispiel die Kronjuwelen). Schmuck ist einerseits an die Faszination des Materials gebunden, etwa an das Metall mit seinem Glanz oder an die Farbigkeit von Edelsteinen, andererseits an formale Aspekte der Schmuckform.

Schmuck unterscheidet man unter anderem:

nach Form
* Ketten
* Bänder
* Ringe
nach Funktion
* Anhänger,
* Gürtelschnallen
* Schmuckuhr
nach Material
* Bronzeschmuck
* Eisenschmuck
* Email
* Platinschmuck
* Goldschmuck, z. B. Hiddenseer Goldschmuck
* Juwelen
* Schmucksteine
* Silberschmuck
nach geschmücktem Körperteil
* Armschmuck
* Fingerschmuck: Fingerring, Nagelschmuck
* Fußschmuck: Fußkette, Zehenring
* Halsschmuck: Halskette
* Kopfschmuck, Haarschmuck, beispielsweise Haarnadeln, Haarkamm, Haarklammern, Diademe, Kanzashi
* Mundschmuck
* Nasenschmuck
* Ohrenschmuck: Ohrringe und -stecker
nach Anbringung
* Ansteckschmuck, zum Beispiel Broschen, Nadeln, Pins, Abzeichen
* Piercingschmuck
* Auf die Haut geklebter Schmuck, beispielsweise Bindis
nach Anlass
* Brautschmuck
* Trauerschmuck
nach Preis

* Modeschmuck, günstig produzierter Schmuck

Eng verwandt mit diesem Thema ist Kleidung Kategorie:Kleiderschmuck, Körperbemalung (Schminken), Tätowierungen und Narben.

Tierschmuck

Tierschmuck wird bei Haustieren angebracht und dient meist als Statussymbol der Besitzer.

Ein klassischer Schmuck bei Haustieren ist beispielsweise bei Pferden ein mit kleinen Metallscheiben und ähnlichem versehenes Geschirr, sowie Decken, Bänder und weitere Verzierungen. Diese werden vor allem bei offiziellen Anlässen angelegt (etwa bei Paraden), um die Aufmerksamkeit auf die jeweiligen Reiter/Gruppen zu richten und gegebenenfalls die gesellschaftliche Stellung der Besitzer hervorzuheben. Ähnliches gilt für indische Elefanten sowie für andere Tiere. Der Kopfschmuck des Leittieres beim Almabtrieb soll den Erfolg des Besitzers anzeigen.

Teilweise kommt zur dekorativen Funktion auch ein funktionaler Gebrauch hinzu. So erleichtert eine Glocke bzw. ein Glöckchen die Lokalisation, beispielsweise bei Kühen, Schafen oder Katzen. Verzierte Halsbänder dienen weiterhin auch der Kontrolle von Hunden.

Schmücken von Objekten

Das Schmücken von Objekten hat zumeist einen symbolisch-feierlichen Charakter und ist oft nur auf einen bestimmten Zeitraum beschränkt.

Weihnachtsbaum (Christbaum)


Im westlich-christlichen Kulturkreis wird zur Weihnachtszeit oft eine Fichte oder Tanne unter anderem mit Christbaumkugeln, Lametta, Kerzen und Süßigkeiten geschmückt. Dieser Brauch soll die besondere Bedeutung des christlichen Festtages hervorheben und alle Beteiligten in eine festlich-positive Stimmung versetzen. Ähnliches gilt auch für viele andere Objekte und Gegenstände im Haus, wie etwa Fenster (Rahmen oder Glas), Spiegel und auch Tische.

Abgeschnittene Weidenäste


Traditionell werden zu Ostern Weidenäste in eine Vase gestellt und mit bunten Ostereiern behängt. Ähnlich wie zu Weihnachten werden aber auch viele andere Gegenstände im Haus geschmückt.

Gebäudeschmuck


Zum Gebäudeschmuck zählen
* Fassade
* Gesimse
* Ornament
* Sohlbank
* Gurtprofil

* Giebelschmuck

Buchschmuck


Buchschmuck ist die Dekoration von Publikationen.

Einzelnachweise


Siehe auch


* Applike, Schmuckstück
* Schmuckmuseum Pforzheim

* Schmucktheorie

Literatur

* {{internetquelle|autor=KarlFrohnes|titel=Schmuck und Modeschmuck in der Geschichte - Schmuckformen, Kleinkunstgewerbe und Handel durch die Jahrtausende|url= http://www.educatium.de/schmuck/|zugriff=9. Juli 2009}}
* Ulla Stöver: Mon Bijou. Geschichte und Geschichten um Schmuck. Nymphenburger, München 1971. ISBN 3-485-04049-5
* F. d'Errico, C. Henshilwood, M. Vanhaeren, K. van Niekerk: Nassarius kraussianus shell beads from Blombos Cave, evidence for symbolic behaviour in the Middle Stone Age. In: Journal of Human Evolution. Band 48, Nr. 1, 2005, S. 3-24. {{ISSN|0047-2484}}, DOI:10.1016/j.jhevol.2004.09.002
* Kerstin Geßner: Vom Zierrat zum Zeichen von Identitäten. Soziokulturelle Betrachtungen auf der Grundlage des endneolithischen Schmucks im Mittelelb-Saale-Gebiet. In: Ethnographisch-Archäologische Zeitschrift, Nr. 46, 2005, S. 1-26, http://ufg.geschichte.hu-berlin.de/site/lang__de/4354/default.aspx#gessner

* Christopher Henshilwood u. a.: Middle Stone Age shell beads from South Africa. In: Science. Band 304, Nr. 5669, 2004, S. 404. {{ISSN|0036-8075}}, DOI:10.1126/science.1095905

Weblinks


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