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Medientraining

07.01.2012 @ 10:52, Normalo,

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Medientraining ist die Bezeichnung für eine Weiterbildung im Bereich Öffentlichkeitsarbeit für Menschen, zu deren Verantwortungsbereich öffentliche Auftritte zählen, zum Beispiel Unternehmenssprecher, Wirtschaftsführer oder andere Führungskräfte.

Ein zentraler Aspekt des Medientrainings ist das „Auftreten“ bei Pressekonferenzen oder in Interviews, mit Vertretern von Presse, Funk und Fernsehen.

Praxisidentisches Medientraining verhilft zu zielorientierter Kommunikation. Geübt wird u.a. die Form, wie man Reporterfragen im eigenen Interesse am besten beantwortet. Oft werden von den Journalisten nur sehr kurze Statements von weit weniger als einer Minute Dauer benötigt, so dass man zum Beispiel lernt, sein umfangreiches Fachwissen in kurze und allgemeinverständliche Sätze zu fassen - z. B. in 20 oder 30 Sekunden.

Weiterer Bestandteil eines Medientrainings ist die Rhetorik. Wenn Gespräche oder Interviews mit Journalisten zum Beispiel zu kontroversen Themen oder in Krisensituationen stattfinden, soll geübt werden, in Ruhe bestimmte Kernbotschaften (in der PR-Sprache: core messages) zu vermitteln und keine unüberlegten, spontanen Äußerungen zu machen. Geübt wird auch, in einem Streitgespräch zu kontern. Elemente eines Medientrainings sind außerdem Mimik, Gestik und Körperhaltung.

Stärker als die „normalen“ Zuschauer, die meist nur unbewusst auf die Körpersprache achten, beachten Journalisten stets Tonfall und Minenspiel ihrer Interviewpartner. Geschulte Reporter erkennen oft rasch, ob das Gegenüber sich unwohl fühlt oder gar lügt. Dazu können das Ausmaß des Augenkontakts während des Gesprächs beitragen sowie bestimmte Muskelbewegungen rund um Nacken, Mund und Augenpartie, die als Zeichen für Nervosität gedeutet werden können. Gezieltes Training soll helfen, solche „verräterischen“ Zeichen zu vermeiden.

Kritiker sprechen von einer zunehmenden Politik-Inszenierung, da die meisten Politiker mit Medientrainern arbeiten und öffentliche Auftritte genau kalkuliert und geprobt sind; die Inhalte treten dabei oft in den Hintergrund.

Anbieter, Berufsorganisation, wissenschaftliche Ansätze

Die Szene der Anbieter für Medientrainings in Deutschland besteht zumeist aus einzelnen Trainern (Freiberufler), PR-Agenturen mit Spezialisten für Medientrainings und Medienanbietern selbst (z.B. DW-TV, FFH-Academy), die hierin eine Erlösquelle sehen. Als berufsständische Vertretung gibt es seit 2009 mit Sitz in Köln den "Bundesverband der Medientrainer in Deutschland e.V.". Im Oktober 2011 wurde vom Münchner Prof. Dr. Nikolai A. Behr unter wissenschaftlichen als auch kommerziellen Gesichtspunkten (Vermarktung von rund 15 Trainern mit nachgewiesener Trainer-Erfahrung) "DIKT Deutsches Institut für Kommunikations- und MedienTraining GmbH" mit Büros in München, Berlin, Hamburg, Frankfurt/Main und Düsseldorf gegründet.
Kategorie:Öffentlichkeitsarbeit
Kategorie:Medien

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