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Max Ernst

27.05.2012 @ 09:49, Alinea,

miniatur|hochkant=1.3|Max Ernst (links) mit Bundeskanzler [[Willy Brandt (1972)]]

Max Ernst (* 2. April 1891 in Brühl (Rheinland); † 1. April 1976 in Paris) war ein bedeutender Maler, Grafiker und Bildhauer deutscher Abstammung. Er verfasste ebenfalls Gedichte und Essays. 1919 war er zusammen mit Johannes Theodor Baargeld Mitbegründer der Kölner Dada-Gruppe. Er verließ 1922 Deutschland und zog nach Paris, wo er sich 1924 dem Kreis der Surrealisten um André Breton anschloss. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde er ab 1939 mehrfach in Frankreich interniert, konnte fliehen und wählte, wie viele andere europäische Künstler, 1941 als Exil die Vereinigten Staaten. 1953 kehrte er nach Frankreich zurück. Mit seinen Gemälden, Collagen und Skulpturen schuf er rätselhafte Bildkombinationen, bizarre Wesen, die häufig Vögel darstellen, und phantastische Landschaften. Die künstlerischen Techniken wie Frottage und Grattage gehen auf ihn zurück.

Leben und Werk


Kindheit und Jugend


miniatur|Max Ernst im Brühler Schlosspark, 1909

Max Ernst wurde als drittes[http://www.bruehl.de/tourismus/mernst/index.php www.bruehl.de]: Tourismus und Kultur/Max Ernst, abgerufen am 15. Dezember 2010 von insgesamt neun Kindern des Taubstummenlehrers Philipp Ernst und seiner Frau Luise (geb. Kopp) geboren. Ersten Kontakt mit der Malerei erhielt er durch seinen Vater. Bedeutend für das Werk Max Ernsts wurden vor allem dessen Bilder Der Mönch von Heisterbach (Einsamkeit) und Portrait des fünfjährigen Max Ernst als Jesuskind (1896). In seiner Kindheit hatte er ein prägendes Ereignis, das ihn sehr bestürzte: Er schilderte in seinen Aufzeichnungen, dass 1906 in derselben Nacht, als seine jüngste Schwester Loni geboren wurde, sein rosa Kakadu namens Hornebom starb. In der Realität lebte der Vogel allerdings noch längere Zeit nach der Geburt der Schwester. Es bleibt aber die Tatsache bestehen, dass in seiner Fantasie eine Vermengung von Vögeln und anderen Lebewesen mit Menschen stattfand, die sein Werk prägten.Lothar Fischer: Max Ernst, Rowohlt, Reinbek 1969, S. 9–16, 163 So entstand neben dem „Vogeloberen Hornebom“ auch „Loplop“, vogelähnliche Geschöpfe, die in vielen seiner Bilder, besonders aber in der Werkreihe Lop Lop präsentiert aus den 1930er Jahren, erscheinen. Im Spätwerk taucht „Schnabelmax“ auf.

Nach dem Abitur in Brühl studierte er von 1910 bis 1914 an der Universität Bonn zunächst Philosophie, Psychologie und Kunstgeschichte. Die Philosophen, die der Student Ernst schätzte, waren Novalis, Hegel und die „großen Kritiker des eindimensional gewordenen Denkens des 19. Jahrhunderts, Max Stirner und Friedrich Nietzsche.“Diether Rudloff: Unvollendete Schöpfung. Künstler im zwanzigsten Jahrhundert. Urachhaus, Stuttgart 1982, S. 107 Durch das Studium der Psychologie kam er mit den Schriften Sigmund Freuds in Berührung und studierte die Kunst der Geisteskranken; eine Zeit lang hatte er die Absicht, Psychiater zu werden. Er besuchte oft Museen, interessierte sich beispielsweise für die flämischen Meister Hieronymus Bosch und Pieter Bruegel sowie für die deutsche Romantik, besonders für Caspar David Friedrich. Die neuere zeitgenössische Malerei von Vincent van Gogh, Wassily Kandinsky und Robert Delaunay erweckte ebenfalls sein Interesse. 1909 begann er, autodidaktisch zu malen und befreundete sich 1911 mit August Macke. Im folgenden Jahr beschloss er, ermutigt durch die Anerkennung und Förderung durch Mackes Freundeskreis, Maler zu werden.Lothar Fischer: Max Ernst, Rowohlt, Reinbek 1969, S. 18–21

Erste Erfolge als Künstler


miniatur|hochkant=0.6|links|[[Hanns Bolz: Louise Straus-Ernst, vor 1918]]

Seine erste Ausstellung hatte Max Ernst 1912 in der Galerie Feldmann in Köln.{{internetquelle|url=http://www.guggenheimcollection.org/site/artist_bio_45.html|titel=Max Ernst Biography|hrsg=Guggenheim Museum|zugriff=9. November 2008}} Auf der in Köln stattfindenden 138Internationalen Kunstausstellung des Sonderbundes Westdeutscher Kunstfreunde und Künstler zu Cöln139 im selben Jahr sah er Werke bedeutender Künstler wie die von Paul Cézanne, Pablo Picasso, Edvard Munch und Robert Delaunay. Er eignete sich den Stil der zeitgenössischen Kunstströmungen wie Futurismus und Orphismus an.

Im Jahr 1913 schrieb Max Ernst Kunst- und Theaterkritiken und beteiligte sich an der Ausstellung „Rheinische Expressionisten“ in Bonn. Während seiner ersten Reise nach Paris im selben Jahr lernte er Guillaume Apollinaire und Robert Delaunay kennen sowie 1914 Hans Arp, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband. Ebenfalls 1913 war Max Ernst mit zwei Werken (#129: Sturm; #130: Promenade) am Ersten Deutschen Herbstsalon in der Berliner Galerie von Herwarth Walden „Der Sturm“, in dessen Galerie im März 1916 eine zweite Ausstellung seiner Werke folgte, sowie einer von Walden organisierten Ausstellung in der „Galerie Dada“ im Jahre 1917 in Zürich, vertreten.Lothar Fischer: Max Ernst, Rowohlt, Reinbek 1969, S. 21–22, 30–31

Von August 1914 bis November 1918 war Ernst im Ersten Weltkrieg in Frankreich und Polen im Einsatz. 1918 wurde er gegen seinen Willen zum Leutnant befördert und kehrte nach Köln zurück. Die Rückkehr aus dem Krieg empfand er als Wiedergeburt; im folgenden Zitat spricht er von sich in der 3. Person:
:„Max Ernst starb am 1. August 1914. Er kehrte zum Leben zurück am 11. November 1918 als junger Mann, der ein Magier werden wollte, um den Mythos seiner Zeit zu finden“.Jörn Seidel: [http://www.thalia-potsdam.de/filmdetails.php?film_id=200350 Max Ernst – Mein Vagabundieren, meine Unruhe], thalia-potsdam.de, abgerufen am 10. Mai 2012

Am 7. Oktober 1918, kurz vor dem Ende des Kriegs, heiratete er in einer Kriegstrauung seine Studienfreundin, die promovierte Kunsthistorikerin Luise Straus; der gemeinsame Sohn Hans-Ulrich, der später unter dem Namen Jimmy Ernst in den USA als surrealistischer Maler bekannt wurde, kam 1920 zur Welt. 1926 wurde die Ehe geschieden.[http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/persoenlichkeiten/S/Seiten/LuiseStraus.aspx Luise Straus], rheinische-geschichte.lvr.de, abgerufen am 10. Mai 2012

Dada und Surrealismus


1919 gründete Max Ernst mit dem selbst erfundenen Beinamen „Dadamax“ gemeinsam mit Johannes Theodor Baargeld, dem „Zentrodada“, die Kölner Dada-Gruppe, an der seine Ehefrau Luise Straus-Ernst beteiligt war. Im Februar und März des Jahres erschienen sechs Nummern der Dada-Wochenschrift Der Ventilator, herausgegeben von Baargeld. In dieser Zeit entstanden Bilder von Nonsens-Maschinen, die an technische Zeichnungen erinnern, beispielsweise Von minimax dadamax selbst konstruiertes maschinchen (1919/20) sowie Collagen, in denen sich Technik und Pflanzenwelt vermischen wie in Katharina ondulata (1920).

Im selben Jahr kam Max Ernst durch die Zeitschrift Valori Plastici mit Reproduktionen der Bilder von Giorgio de Chirico in Berührung, die ihn so sehr beeindruckten, dass er die Grafik-Mappe Fiat modes – pereat ars mit den Mitteln einer finanziellen Unterstützung für arbeitslose Künstler in Heinrich Hoerles Schlömilch-Verlag herausbrachte. Ebenfalls 1919 wurde in Düsseldorf die Künstlervereinigung Das Junge Rheinland gegründet, zu deren Mitglied er zählte. Ihr Mittelpunkt war die Galerie von Johanna Ey, die das Werk von Ernst durch Ausstellungen unterstützte. Im November des Jahres fand eine Ausstellung der Dadaisten in den Räumen des Kölner Kunstvereins statt, die von der britischen Militärregierung geschlossen wurde. Das Rheinland stand nach dem Ersten Weltkrieg bis 1926 unter einer britischen Militärregierung.[http://www.cologneweb.com/chronik.htm Cologneweb], cologneweb.com, abgerufen am 27. April 2012.

Mit Hans Arp wurde 1920 die „Zentrale W/3“ gegründet, die „Weststupidien 3“ waren Arp, Baargeld und Ernst, die im Februar die Zeitschrift die schammade.(dilettanten erhebt euch!) veröffentlichten. Zu den französischen Mitarbeitern gehörten André Breton, Paul Éluard und Louis Aragon. Die zweite Kölner Dada-Ausstellung fand im April 1920 unter dem Titel „Dada-Vorfrühling“ im Brauhaus Winter statt[http://sdrc.lib.uiowa.edu/dada/Dada%20Vorfruhling/index.htm Dada-Vorfühling],lib.uiowa.edu, abgerufen am 19. April 2012. Sie erregte viel Unmut in der Öffentlichkeit und führte zum Bruch mit Ernsts Vater. Ab Ende Juni 1920 war der Künstler mit sieben Werken an der Ersten Internationalen Dada-Messe in Berlin vertreten und hatte ein Jahr später auf Einladung Bretons eine erste Ausstellung in Paris in der Galerie Au Sans Pareil.Lothar Fischer: Max Ernst, Rowohlt, Reinbek 1969, S. 32–44, 163

miniatur|hochkant=0.6|links||Das Wohnhaus der Éluards in Eaubonne

Im Jahr 1921 lernte Ernst den Schriftsteller Paul Éluard und seine Frau Gala kennen. Éluard erwarb von ihm spontan das frühsurrealistische Gemälde Celebes. 1922 zog er endgültig nach Paris und wohnte bei dem Ehepaar Èluard. Fast zwei Jahre lang musste er Gelegenheitsarbeiten verrichten, da er von seiner Malerei nicht leben konnte. Sein Werk Rendezvous der Freunde aus dem Jahr 1922 wurde im folgenden Jahr im „Salon des Indépendants“ präsentiert. Ernst stellte sich selbst im Kreis seiner surrealistischen Freunde, im Vordergrund des Bildes auf den Knien von Fjodor Dostojewski sitzend, dar. 1923 zog das Ehepaar Éluard in ein Haus in Eaubonne nahe Paris, wo Ernst einen Zyklus von 15 Bildern mit grotesken Fabelwesen und paradiesischen Gärten an die Türen malte. Sie wurden von den Nachbewohnern überklebt, 1969 wiederentdeckt, vom Künstler selbst restauriert und auf Leinwand übertragen. Ernst hatte sich in Gala verliebt, und Éluard, der die Liaison zunächst geduldet hatte, entfloh der ménage à trois 1924 nach Saigon. Gala und Max Ernst folgten ihm. Während Éluard nach Paris zurückkehrte, traten Gala und Ernst erst nach drei Monaten die Rückreise an.Lothar Fischer: Max Ernst, Rowohlt, Reinbek 1969, S. 58–63, 67, 160 Gala heiratete später Salvador Dalí.
miniatur|Les Fusains, 22, rue Tourlaque, Paris

Ab 1924 war Ernst bereits einer der wichtigsten Mitglieder der surrealistischen Gruppe um André Breton. In diesem Jahr verfasste Breton das Manifest des Surrealismus, in dem er Surrealismus als einen „reinen psychischen Automatismus“ definierte. Organ der Gruppe war die Zeitschrift La Révolution surréaliste, in der Werke von Ernst aufgenommen wurden. 1925 bezog Ernst sein erstes Atelier in Les Fusains in der 22, rue Tourlaque, Paris.Lothar Fischer: Max Ernst, Rowohlt, Reinbek 1969, S. 61–69, 160 In diesem Jahr fertigte er seine ersten Werke in der von ihm erfundenen Frottagetechnik an, die in seinem Buch Historie naturelle 1926 veröffentlicht wurden, und entwickelte die Maltechnik der Grattage. Diese Techniken bestimmten nun den für ihn typischen Stil. Er arbeitete zusammen mit Joan Miró am Bühnenbild und an den Kostümen für Djagilews Ballett Romeo and Juliet, Musik von Constant Lambert, das von den Ballets Russes aufgeführt wurde. Diese Mitarbeit rief den Protest der Surrealistengruppe hervor.

1927 heiratete er die französische Malerin Marie-Berthe Aurenche (1906–1960), die Schwester des Drehbuchautors Jean Aurenche; 1936 erfolgte die Scheidung.[http://androom.home.xs4all.nl/biography/p026057.htm Marie-Berthe Aurenche], androom.home.xs4all.nl, abgerufen am 31. März 2012 Im selben Jahr entstanden erste Bildserien seiner ikonenhaften Vogel-, Wald- und Muschelmotive. Im Jahr 1930 übernahm Max Ernst die Rolle eines Räuberhauptmanns in dem umstrittenen surrealistischen Film Das goldene Zeitalter (L’Âge d'Or), von Luis Buñuel und Salvador Dalí. Der surrealistische Schriftsteller René Crevel nannte Max Ernst den „Zauberer der kaum spürbaren Verrückungen“.{{Internetquelle|autor=Petra Kipphoff|url=http://zeit.de/1999/11/Der_Zauberer_der_kaum_spuerbaren_Verrueckungen?page=2|titel=Der Zauberer der kaum spürbaren Verrückungen|werk=Die Zeit 11/1999|zugriff=10. November 2008}}
miniatur|190Habakuk 4/6191, um 1934 geschaffen nach dem Besuch bei Giacometti in Maloja. Skulptur im City Center, [[Marl]]

Den Sommer 1934 verbrachte Max Ernst bei Alberto Giacometti in dessen Sommeratelier in Maloja; beide Künstler transportierten in einem Flussbett vorgefundene, vom Wasser rundgewaschene Granitblöcke vor Giacomettis Haus. Ernst bearbeitete diese Blöcke als erste bildhauerische Versuche, schuf auf ihnen flache Reliefs, die Darstellungen von Blumen, Vögeln und Figuren boten, deren Form er später jedoch nicht fortsetzte.Lothar Fischer: Max Ernst, Rowohlt, Reinbek 1969, S. 87

Unter dem NS-Regime in Deutschland wurden Max Ernsts Werke diffamiert, er selbst wurde geächtet und seine Kunst 1933 als „entartet“ eingestuft. 1937 wurden zwei seiner Bilder in der Münchner Ausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt. Die Schöne Gärtnerin (1923) gilt seitdem als verschollen. In diesem Jahr entstand unter dem Eindruck des Spanischen Bürgerkriegs das Gemälde L’Ange du foyer (Der Hausengel) in drei Variationen[http://weeklyart.blogspot.de/2007/11/19376-grauen-vor-der-geschichte.html Grauen vor der Geschichte], weeklyart.blogspot.de, abgerufen am 4. Mai 2012, auf dem ein Ungeheuer mit gefletschten Zähnen und ausgefahrenen Krallen die Erde bedroht. Ebenfalls in diesem Jahr entstanden Bühnenbilder zu Alfred Jarrys Drama Ubu enchainé, das 30 Jahre nach dem Tod des Autors erstmals in der Comédie des Champs-Elysées am 22. September 1937 aufgeführt wurde.Lothar Fischer: Max Ernst, Rowohlt, Reinbek 1969, S. 84 f.

1938 war er Teilnehmer an der richtungsweisenden Exposition Internationale du Surréalisme in der Galerie Beaux-Arts in Paris; zusammen mit Salvador Dalí war er als technischer Beirat tätig und stellte Gemälde aus sowie eine Puppe als Kunstobjekt, verkleidet als schwarze Witwe. Unter seinen ausgestellten 14 Bildern befanden sich Rendezvous der Freunde aus dem Jahr 1922 und Le Triomphe du Surréalisme von 1937. Die Ausstellung erwies sich jedoch als Abschlussmanifestation der surrealistischen Bewegung. Die politischen Umstände sowie die persönlichen, politisch motivierten Differenzen – zwischen André Breton und Paul Éluard, der sich dem Stalinismus angenähert hatte – veranlassten Éluard, im selben Jahr aus der Surrealistengruppe auszutreten. Max Ernst und Man Ray schlossen sich ihm solidarisch anUwe M. Schneede: Die Kunst des Surrealismus: Malerei, Skulptur, Dichtung, Fotografie, Film, S. 230.

Flucht in die USA


Der Zweite Weltkrieg beeinflusste das Leben des Künstlers nachhaltig: Ernst wurde 1939 als verfeindeter Deutscher in Frankreich im Lager Les Milles interniert, wo er auf Hans Bellmer traf. Durch Vermittlung Éluards wurde er zu Weihnachten wieder freigelassen. Im darauffolgenden Jahr wurde er erneut inhaftiert, dieses Mal von der Gestapo, doch ihm gelang die Flucht. Er verließ seine Geliebte, Leonora Carrington, mit der er seit 1938 in Saint-Martin-d’Ardèche zusammengelebt hatte, und floh mit der finanziellen Unterstützung der Kunstsammlerin Peggy Guggenheim 1941 über Spanien und Portugal in die USA. Im Dezember 1941 fand die Hochzeit mit Peggy Guggenheim in New York statt.Lothar Fischer: Max Ernst, Rowohlt, Reinbek 1969, S. 94–99, 101

miniatur|hochkant=0.6|links|Peggy Guggenheim in Marseille, 1937
Im März des Jahres 1942 nahm Ernst an der Gemeinschaftsausstellung Artists in Exile in der Gallery Pierre Matisse teil. Ein Foto zeigt ihn neben 13 weiteren Künstlern wie Marc Chagall, Fernand Léger, Roberto Matta, Piet Mondrian, Kurt Seligmann und Yves Tanguy sowie dem Schriftsteller André Breton.[http://www.warholstars.org/abstractexpressionism/timeline/abstractexpressionism42.html Abstract Expressionism 1942], warholstars.org, (mit Foto), abgerufen am 31. März 2012 Im Mai erschien der Katalog mit einem Umschlagbild von Ernst für Peggy Guggenheims Galerie Art of This Century, deren Eröffnung im Oktober 1942 stattfand.[http://www.modernism101.com/guggenheim_art_century.php Art of This Century], modernism101.com, abgerufen am 4. April 2012 Im selben Jahr wurde er mit David Hare, Marcel Duchamp und André Breton Herausgeber der Zeitschrift VVV, die eine wichtige Rolle bei der Verbreitung des Surrealismus in den Vereinigten Staaten spielte. Ernst nahm ebenfalls im Jahr 1942 an der Ausstellung First Papers of Surrealism in New York teil und begann verstärkt als Bildhauer zu arbeiten.
miniatur|Landschaft von Sedona. Einen ähnlichen Blick hatte das Ehepaar von seinem Haus aus.[http://www.dorotheatanning.org/images/work_image/HenriCartierBressonsedon.jpg Das Ehepaars vor dem Haus in Sedona. Fotografie von [[Henri Cartier-Bresson]]]

Ein Jahr später, 1943, lernte er die junge Malerin Dorothea Tanning kennen, die in Guggenheims Galerie Art of This Century in der Ausstellung „Exhibition by 31 Women“ vertreten war, und trennte sich daraufhin von Peggy Guggenheim. 1945/46 fand die Ausschreibung zum Bel-Ami-Wettbewerb statt, den Ernst mit seinem Gemälde Die Versuchung des heiligen Antonius gewann. 1946 wurde eine Doppelhochzeit gefeiert: Max Ernst und Dorothea Tanning sowie Man Ray und Juliet Browner ließen sich in Beverly Hills trauen. Anschließend brachen Max Ernst und seine neue Ehefrau nach Sedona in der Wüste von Arizona auf und bezogen dort das kleine, einsam gelegene Haus, das sie Capricorn Hill nannten. Dort entstand 1948 die Zementskulptur mit dem Titel Capricorn. Er kam in Kontakt mit den Ureinwohnern, den Hopi, und befasste sich mit ihrer Kunst. Sein Interesse galt besonders den Kachinapuppen und den Zeremonienmasken.Lothar Fischer: Max Ernst, S. 108–112Helga Behn: Max Ernst: Wie das „Schnabelpaar“ entstand. In: Helga Behn: Herzlich, Ihr Max. Künstlerpost aus den Beständen des ZADIK. Verlag für moderne Kunst Nürnberg, Hrsg. Zentralarchiv des Internationalen Kunsthandels e.V. ZADIK, Köln 2010, S. 60

1948 erlangte er die amerikanische Staatsbürgerschaft, und ein Jahr später wurde Beyond Painting, and other Writings by the Artist and His Friends von Robert Motherwell herausgegeben. Es enthält autobiografische Notizen. Anlässlich seines 60. Geburtstags veranstaltete seine Heimatstadt Brühl 1951 eine erste große deutsche Retrospektive im Brühler Schloss Augustusburg. Die Kölner Galerie Der Spiegel beteiligte sich an der Ausstellung, eine Mitwirkung, aus der sich ab 1953 eine lebenslange Geschäfts- und Freundschaftbeziehung zwischen der Galerie und Max Ernst sowie Dorothea Tanning entwickelte. So bat Max Ernst seinen Kölner Galeristen Hein Stünke, den Inhaber der Galerie Der Spiegel, um Mithilfe bei der Auffindung seiner während der Wirren des Zweiten Weltkriegs verloren gegangenen Scheidungspapiere seiner zweiten Ehe mit Marie-Berthe Aurenche, die den Künstler durch ihre Pariser Anwälte aufgefordert hatte, den ehelichen Verkehr und Unterhalt wieder aufzunehmen. Hein Stünke beauftragte den Kunstsammler und Juristen Josef Haubrich mit der Recherche, der darin auch erfolgreich war.Günter Herzog: [http://www.wirtschaftsarchive.de/vdw/veroeffentlichungen/zeitschrift/Beitrag_Herzog.pdf Das Zentralarchiv des internationalen Kunsthandels in Köln und sein Sammlungsprofil am Beispiel der Galerie Der Spiegel], wirtschaftsarchive.de, S. 62 f., abgerufen am 3. April 2012 1952 wurde Ernst Mitglied des Collège de ’Pataphysique, das nach dem Zweiten Weltkrieg zu Ehren von Alfred Jarry und seiner ’Pataphysik, der Wissenschaft von den imaginären Lösungen, gegründet worden war.[http://www.lvr.de/app/publi/48544f3d-a2f8-419f-aaf4-7c9bc583be93,ae51a997-1abd-4688-80fe-fe60f46876ae,frameless.asp Ausstellung „zwischen immer blaueren Fernen“]: Max Ernst Museum Brühl, 5. April bis 26.Juli 2009, abgerufen am 15. April 2012 .

Letzte Jahre in Frankreich


miniatur|Plakette am Wohnhaus 19, rue de Lille, Hauptwohnsitz des Ehepaars Ernst in Paris seit 1962

1953 kehrten Max Ernst und Dorothea Tanning nach Paris zurück, wo sie wieder in ihre zwei Mansardenzimmer am Quai St. Michel einzogen. Er arbeitete in einem Atelier auf der Impasse Ronsin Nr. 11, das ihm der US-amerikanische Maler William Copley zur Verfügung gestellt hatteHelga Behn: Max Ernst: Wie das „Schnabelpaar“ entstand. In: Helga Behn: Herzlich, Ihr Max. Künstlerpost aus den Beständen des ZADIK, Köln 2010, S. 61 unter anderem an der Arbeit Schnabelpaar. Die acht Farbradierungen erschienen am 30. November 1953 im Basler Verlag Ernst Beyeler in dem Mappenwerk Max Ernst: Das Schnabelpaar acht farbradierungen und ein gedicht von MAX ERNST und wurde bei Lacourière in Paris gedruckt.Helga Behn: Max Ernst: Wie das „Schnabelpaar“ entstand. In: Helga Behn: Herzlich, Ihr Max. Künstlerpost aus den Beständen des ZADIK, Köln 2010, S. 59

: Schnabelpaar, „[…] und wenn sie es dann wieder regnen lassen über Europa, über Kafkasien und Kafkamerika, da packt der Schnabelmax die Schnabelgötter beim Schnabelschwanz und weist ihnen den Weg …“
miniatur|Brunnen von [[Amboise (1967)]]
miniatur|hochkant=0.6|links|Gedenktafel im Kolumbarium des Père Lachaise

Auf der 27. Biennale von Venedig 1954 wurde er mit dem großen Preis für Malerei geehrt. Max Ernst war Teilnehmer der documenta 1 (1955), der documenta II (1959) und der documenta III im Jahr 1964 sowie postum der documenta 8 (1987) in Kassel. 1958 wurde er französischer Staatsbürger. Zwei Jahre später wurde Max Ernsts Essay La nudité de la femme est plus sage que l’enseignement du philosophe (deutsch: „Die Nacktheit der Frau ist weiser als die Lehre des Philosophen“) veröffentlicht.

1955 zog das Ehepaar nach Huismes und wohnte im Haus „Le pin perdu“, das seit 2009 als „Maison Max Ernst“ zu besichtigen ist.[http://maison-max-ernst.org/ Maison Max Ernst], maison-max-ernst.org, abgerufen am 30. März 2012 Er behielt diesen Landsitz sowie die Wohnung in Paris, aber lebte seit 1963 aus gesundheitlichen Gründen mit seiner Frau oft im Süden Frankreichs in Seillans im Département Var in der Provence.Lothar Fischer: Max Ernst, S. 122–126 1967 schuf er einen Brunnen für die Stadt Amboise, der 1968 als Fontaine Max Ernst eingeweiht wurde.[http://en.infotourisme.net/monument/amboise/5556/fontaine-max-ernst Fontaine Max Ernst], infotourisme.net, abgerufen am 3. April 2012 1970 vollendete er seine große Ölmalerei Der letzte Wald und widmete sich in den folgenden Jahren der Grafik. Im Jahr 1975 hielt er sich nach einem Schlaganfall wieder in Paris auf.Lothar Fischer: Max Ernst, Rowohlt, Reinbek 1969, S. 162

Max Ernst starb einen Tag vor seinem 85. Geburtstag, am 1. April 1976 in Paris. Begraben wurde er nach seiner Einäscherung im Kolumbarium des Friedhofs Père Lachaise in Paris. Seine Frau Dorothea Tanning überlebte ihn um mehr als drei Jahrzehnte. Sie starb im Januar 2012 im Alter von 101 Jahren in New York.

Ehrungen und Kunstpreise


miniatur|Das Max-Ernst-Museum Brühl
miniatur|Geburtshaus von Max Ernst in Brühl, Schloßstraße 21

1946 gewann Max Ernst den Bel-Ami-Wettbewerb mit seinem Gemälde Die Versuchung des Heiligen Antonius. Ab Ende der 1950er Jahre erhielt er eine ganze Reihe von Preisen, Ehrungen und Auszeichnungen, die er sehr unterschiedlich aufnahm. 1958 wurde er Mitglied der Akademie der Künste in Berlin und 1961 veranstaltete das New Yorker Museum of Modern Art eine Max-Ernst-Retrospektive. Im selben Jahr erhielt er die Stefan-Lochner-Medaille der Stadt Köln. Der Regisseur Peter Schamoni drehte 1963 in Huismes, wo Ernst seit 1955 lebte, einen Film über den Künstler mit dem Titel Max Ernst – Entdeckungsfahrten ins Unbewusste. Im nächsten Jahr verlieh die Regierung Nordrhein-Westfalens ihm die Ehrenprofessur. 1964 erhielt er in Hamburg den Lichtwark-Preis, 1966 folgte die Ernennung zum Offizier der Ehrenlegion. Die Ehrenbürgerschaft, die seine Geburtsstadt Brühl ihm im selben Jahr anbot, lehnte er nachtragend ab, da die Stadt eine seiner Schenkungen für 200 DM verkauft hatte. 1967 folgte ein weiterer Kurzfilm von Schamoni, der in Seillans gedreht wurde. Er trägt den Titel Die widerrechtliche Ausübung der Astronomie, ist Max Ernst gewidmet, der nicht nur das Drehbuch mitschrieb, sondern auch als Sprecher im Film fungierte. 1972 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Universität Bonn verliehen. Im Alter von 84 Jahren reiste Ernst 1975 zur Eröffnung der Max-Ernst-Retrospektive im Solomon R. Guggenheim Museum in New York. Im selben Jahr öffnete die Retrospektive im Grand Palais in Paris ihre Türen. Im Jahr 1976 wurde ihm postum der Goslarer Kaiserring verliehen, einer der international bedeutendsten Kunstpreise.

1981, fünf Jahre nach seinem Tod, wurde das Städtische Gymnasium in seiner Geburtsstadt Brühl in Max-Ernst-Gymnasium umbenannt. In Köln trägt eine Gesamtschule seinen Namen. Zum 100. Geburtstag des Künstlers drehte Schamoni 1991 einen weiteren Film, Max Ernst: Mein Vagabundieren – Meine Unruhe, der sich mit Ernsts Leben und Werk befasst. Im Jahr 2000 wurde die Max Ernst Gesellschaft gegründet. Ihrem großen Sohn der Stadt zu Ehren eröffnete die Stadt Brühl 2005 das neue Max-Ernst-Museum. 2006 ließ Werner Spies, der Vorsitzender des Stiftungsrates und des Kuratoriums der Stiftung Max Ernst ist, das vermeintliche Max Ernst-Werk La Forêt, eine Leihgabe der Pariser Galerie Cazeu-Béraudière, im Museum ausstellen, das sich 2010 als Fälschung herausstellte.Stefan Koldehoff/Tobias Timm: [http://www.zeit.de/2012/03/Kunst-Skandal/seite-1 Max Ernst GmbH & Co. KG] in Die Zeit, 13. Januar 2012, abgerufen am 6. April 2012 In seinem nahe gelegenen Geburtshaus, das 2009 erworben wurde, eröffnet die Stadt Mitte 2012 ein dem Museum angeschlossenes Fantasielabor für Museumspädagogik, das Schulen zur Verfügung steht.Bettina Jochheim: [http://www.ksta.de/html/artikel/1325774059381.shtml Fantasielabor in Max Ernsts Haus] in Kölner Stadtanzeiger, 5. Januar 2012, abgerufen am 6. April 2012

Die Stadt Paris benannte im Jahr 1990 eine Straße nach ihm. Die rue Max Ernst liegt im 20 Arrondissement im Quartier du Père-Lachaise.[http://www.v2asp.paris.fr/commun/v2asp/v2/nomenclature_voies/Voieactu/6136.nom.htm Mairie de Paris], v2asp.paris.fr, abgerufen am 11. Mai 2012

Themen und Techniken

Max Ernst erneuerte die Sprache der Malerei des 20. Jahrhunderts auf revolutionäre Weise. Als Autodidakt ohne akademische Ausbildung stellte er die Rolle des Malers als Schöpfer in Frage. Er vertrat die Meinung, dass ein Künstler die Wirklichkeit lediglich präsentiert und nicht neu erschafft (wobei sein Begriff der Realität ganz die eines Surrealisten war).
{{Infobox Gemälde
|bilddatei=
|bildlink = http://www.abcgallery.com/E/ernst/ernst43.html
| titel = LopLop stellt LopLop vor
|künstler = Max Ernst
| jahr = 1930
| technik = Öl auf Leinwand
| höhe = 100
| breite = 180
| museum = Privatsammlung
| ort =
| museen =
}}

Dies wird beispielsweise in der Werk-Reihe LopLop präsentiert… deutlich. Hier verschmilzt sein Alter Ego LopLop mit einer Art Leinwand, auf der dem Betrachter verschiedene Dinge gezeigt werden. Die Rolle des Künstlers erscheint dadurch passiv und die aktive Rolle des Betrachters, der aufgefordert ist, seine Vorstellungskraft zu gebrauchen, wird betont.

Auch in der Verwendung der Collage wird unter anderem seine Einstellung zur Position des Künstlers deutlich. Als einer der ersten Künstler schuf er bereits in seiner dadaistischen Phase von 1919 bis 1921 eine große Anzahl von Werken, in denen er fremdes Material, beispielsweise Holzschnitte, Zeichnungen aus Katalogen und Illustrationen aus Trivialromanen des 19. Jahrhunderts, ausschnitt, verwirrend kombinierte und neu zusammenklebte. Sein erster Collageroman La femme 100 têtes mit einer Einleitung von André Breton erschien im Jahr 1929 bei den Éditions du Carrefour in Paris in einer Auflage von etwa 1000 Exemplaren.[http://www.kb.nl/bc/koopman/1926-1930/c53-en.html La femme 100 têtes], Königliche Bibliothek der Niederlande, abgerufen am 16. Mai 2012
{{Infobox Gemälde
|bilddatei=
|bildlink = http://www.fondationbeyeler.ch/sites/default/files/fondation_beyeler/ausstellung/surrealismus/ernst_villeentiere.jpg?1317748656
| titel = Die ganze Stadt
|künstler = Max Ernst
| jahr = 1935/36
| technik = Öl auf Leinwand
| höhe = 60
| breite = 81
| museum = Kunsthaus Zürich
| ort = Zürich
| museen =
}}

Überall, ob in der Maserung des Holzes oder im unbeachteten Alltagsgegenstand, machte er eigene kleine Welten ausfindig. Da Max Ernst eine gewisse Scheu vor der weißen Leinwand verspürte, machte er sich den Zufall zum Freund und benutzte und erfand verschiedene halbautomatische Techniken, mit denen er Strukturen erzeugte, die seine Imaginationskraft beflügelten.

Max Ernsts Erfindungen sind:
* Frottage – Ein Blatt Papier wird auf einen strukturierten Untergrund gelegt. Die Struktur wird mit einem Bleistift auf das Papier durchgerieben. – Beispiel: Histoire naturelle (1925)
* Grattage – Mindestens zwei Farbschichten werden auf eine Leinwand aufgetragen. Die untere/n Schicht/en wird/werden frei gekratzt. – Beispiele: Vogelhochzeit (1925), Grätenblumen (1929), Die ganze Stadt (1935/36)
* Drip Painting – Eine Büchse wird mit einem Loch versehen, an einer Schnur über der, auf dem Boden liegenden, Leinwand aufgehängt und mit Farbe gefüllt. Während man die Dose in Schwingung versetzt, tropft Farbe aus dem Loch in kreisenden Bahnen auf die Leinwand. (vgl. Jackson Pollocks Action Painting) – Beispiele: Der verwirrte Planet (1942), Junger Mann, beunruhigt durch den Flug einer nicht-euklidischen Fliege (1947)
{{Infobox Gemälde
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| titel = Die Versuchung des Heiligen Antonius
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| jahr = 1945
| technik = Öl auf Leinwand
| höhe = 109
| breite = 129
| museum = Lehmbruck-Museum
| ort = Duisburg
| museen =
}}
Max Ernst benutzte außerdem:
* Collage – Bildmaterial wird gesammelt und/oder ausgeschnitten und auf einem anderen Bildträger neu zusammengefügt. – Beispiele: dadaistische Collage: Der Hut macht den Mann (1920), surrealistische Collage: LopLop stellt LopLop vor (1930), Collageromane aus Holzstichen: La femme 100 têtes (1929), Une semaine de bonté (1934)
* Décalcomanie – 1935 von Oscar Dominguez wiederentdeckt. Dünnflüssige Farbe wird auf der Leinwand mit Hilfe eines Blatts Papier oder einer Glasplatte verschoben. Dies erzeugt Strukturen, die an Korallen oder Moos erinnern. – Beispiele: Europa nach dem Regen (1940–42), Der Gegenpapst (1941/42), Die Versuchung des Heiligen Antonius (1945)
* Empreinte − Eine Schnur oder Kordel wird in Farbe getaucht und auf der Leinwand abgedrückt. – Beispiele: Eine Liebesnacht (1927)

* Fumage (Räuchern)

Galerie



Datei:Max ernst habakuk düsseld.jpg|Habakuk (1934/1970) vor der Kunsthalle Düsseldorf
File:Max Ernst king&queen.jpg|Capricorn (1948/1975)
Datei:Max Ernst Der Assistent-Der Frosch-Die Schildkroete 1967.jpg|Der Assistent, Der Frosch und Die Schildkröte (1967) vor dem Lenbachhaus in München
Datei:Maxernst1.JPG|Corps enseignant pour une école de tueurs (Lehrerkollegium einer Schule für Totschläger) (1967) vor dem Max-Ernst-Museum
Datei:Max Ernst Brunnen in Amboise.jpg|Teilansicht des Brunnens von Amboise, 1967
Datei:Brühl Uhlstr. Max-Ernst-Brunnen.jpg|Max-Ernst-Brunnen vor dem Brühler Rathaus. Die Figuren sind eine Stiftung des Künstlers.

Max Ernst auf dem Kunstmarkt


Das Auktionshaus Christie’s in New York erzielte im November 2011 einen Weltrekord für ein Werk Max Ernsts. Statt geschätzter vier bis sechs Millionen Dollar fiel der Hammer für The Stolen Mirror aus dem Jahr 1941 bei 16,3 Millionen Dollar. Ein anonymer Käufer aus Europa ersteigerte das nur 65 × 81 cm große Ölgemälde. Es kombiniert eine wie im Traum gemalte Landschaft mit statuenhaften Frauenakten, umhüllt von Tieren und Pflanzen. The Stolen Mirror gehörte zunächst dem Surrealismus-Sammler Edward James. Dann kaufte es Ernsts Sohn Jimmy Ernst zurück und verblieb in der Familie. Die gesicherte Provenienz ist bedeutungsvoll, da es um den auch Max Ernst betreffenden Fälschungsskandal um die fingierte Sammlung Werner Jägers in letzter Zeit negative Berichte gab. Susanne Schreiber: [http://www.handelsblatt.com/panorama/kunstmarkt/versteigerung-weltrekordpreis-fuer-gemaelde-von-max-ernst/5787858.html Weltrekordpreis für Gemälde von Max Ernst], Handelsblatt, 2. November 2011, abgerufen am 18. April 2012 Zwischen 1999 und 2004 wurden sieben von Werner Spies für echt erklärte Bilder im Jahr 2011 in einem Prozess als Fälschungen entlarvt, darunter La Mer und La Forêt II. Möglicherweise gibt es noch mehr gefälschte Werke von Max Ernst.[http://www.artinfo24.com/kunstmarkt/news-926.html Kunstmarkt - Werner Spies vermutet weitere Max Ernst Fälschungen''], artinfo24.com, 15. Februar 2012, abgerufen am 18. April 2012

Werke (Auswahl)


miniatur|hochkant|346Vogeldenkmal347 (1927) auf einer Briefmarke der [[Deutsche Bundespost|Deutschen Bundespost aus dem Jahr 1991]]

Gemälde und Skulpturen


* 1919: Aquis Submersus, Städel, Frankfurt am Main [http://www.staedelmuseum.de/admin/ImageServer.php?ID=723@sm&width=239 (Abb.)]
* 1919/20: Von minimax dadamax selbst konstruiertes maschinchen, Peggy Guggenheim Collection, Venedig ()
* 1921: Celebes, Tate Gallery, London
* 1922: Oedipus Rex, Privatbesitz (
* 1922: Das Rendezvous der Freunde, Museum Ludwig, Köln ()
* 1923: Heilige Cäcilie – Das unsichtbare Klavier, Staatsgalerie, Stuttgart
* 1923: Ubu Imperator, Musée National d’Art Moderne, Paris [http://en.wikipedia.org/wiki/File:Ubu_Imperator.jpg (Abb.)]
* 1925: Der Ausbrecher, Frottage, Max-Ernst-Museum, Brühl
* 1926: Die Jungfrau züchtigt das Jesuskind vor drei Zeugen: André Breton, Paul Éluard und dem Maler, Museum Ludwig, Köln ()
* 1927: La forêt, Sprengel Museum, Hannover ()
* 1927: Forêt et soleil, Saarlandmuseum, Saarbrücken
* 1927: Die Windsbraut, Pinakothek der Moderne, München ()
* 1928: Die Erwählte des Bösen, Neue Nationalgalerie, Berlin
* 1930 LopLop stellt LopLop vor, Privatbesitz ()
* 1935/36: La ville entière (Die ganze Stadt), Kunsthaus Zürich; 2. Version Privatbesitz
* 1937: Le triomphe de l’amour/ fausse allégorie, Sammlung Scharf-Gerstenberg, Berlin
* 1937: L’Ange du foyer (Der Hausengel), drei Versionen, Pinakothek der Moderne, München, und Privatbesitz
* 1940: La toilette de la mariée, Guggenheim Museum, New York, USA
* 1940–42: Europa nach dem Regen, Wadsworth Atheneum, Hartford, Conn.
* 1946: Die Versuchung des Heiligen Antonius, Wilhelm-Lehmbruck-Museum, Duisburg ()
* 1948: Capricorn, Zementskulptur in Sedona. 1975 in Bronze gegossen, National Gallery of Art, Washington D.C. ()
* 1950: Götterbote, Frottage, Neue Nationalgalerie, Berlin
* 1966: Immortel, Schachspiel aus Glas ()

* 1967: Nocturne IV, Max-Ernst-Museum, Brühl

Grafiken und Collageromane


* 1919: Fiat modes, pereat ars. 8 Originallithographien, Schlömilch-Verlag, Köln
* 1925: Les malheurs des immortels. Gedichte von Paul Éluard, mit 21 Illustrationen Max Ernsts, Librairie Six, Paris
* 1926: Histoire naturelle. Mit 34 Frottagen, Galerie Jeanne Bucher, Paris
* 1929: La femme 100 têtes. Vorwort von André Breton, Roman in 147 Bildern, Éditions du Carrefour, Paris
* 1930: Rêve d'une petite fille qui voulut entrer au carmel, Roman in 79 Bildern, Éditions du Carrefour, Paris
* 1934: Une semaine de bonté, 184 Collagen, Kassette mit 5 Heften, Galerie Jeanne Bucher, Paris [http://www.musee-orsay.fr/en/events/exhibitions/in-the-musee-dorsay/exhibitions-in-the-musee-dorsay-more/page/0/article/les-collages-de-max-ernst-20484.html?cHash=9d8aea05b2 (Abb.)]
* 1938: Umschlag von Minotaure Nr. 11, herausgegeben von Albert Skira ()
* 1953: Das Schnabelpaar. Acht Farbradierungen und ein Gedicht, Ernst Beyeler, Basel

* 1964: Maximiliana ou L’exercice illégal de l’astronomie. Künstlerbuch mit Farbradierungen, verlegt durch Iliazd, Le Degré Quarante et Un, Paris

* Illustrationen für Werke Lewis Carrolls: La chasse au snark (1950, 8 Illustrationen), Logique sans peine (1966), beide Paris. The Hunting of the Snark (Die Jagd nach dem Snark (Stuttgart 1968, 32 Farblithographien) und Lewis Carrols Wunderhorn (Stuttgart 1970, eine Anthologie, ausgewählt von Max Ernst und Werner Spies mit 36 Farblithographien)

Schriften


* 1934: Was ist Surrealismus?, Einführung zum Ausstellungskatalog des Kunsthauses Zürich
* 1949: Beyond Painting, and other Writings by the Artist and His Friends, hrsg. von Robert Motherwell. Wittenborn/Schultz, New York 1948. Neuausgabe Solar Art Directives 2009, ISBN 978-0-9799847-9-2
* 1962: Biographische Notizen (Wahrheitsgewebe und Lügengewebe), in: Max Ernst – Retrospektive, Ausstellungskatalog, hrsg. von H. R. Leppien, Wallraf-Richartz-Museum, Köln
* 1964: In diesem Jahr entstand Max Ernsts einziges Schauspiel Leitfaden, das ein Jahr später von der Galerie Der Spiegel in Ernsts Histoire Naturelle (1926) in deutscher Sprache veröffentlicht wurde. Die Auflage bestand aus 700 handschriftlich nummerierten Exemplaren.[http://www.zvab.com/offers/ernst-histoire-naturelle.html Max Ernst: ''Histoire Naturelle], zvab.com, abgerufen am 15. April 2012

* 1970: Ecritures, Zusammenstellung von Texten, Interviews und Deklarationen (1921–1969) und 120 Illustrationen. N.R.F Point du Jour, Paris

Filmografie


* 1930: Das goldene Zeitalter (L’Âge d’or) – Regie: Luis Buñuel; Max Ernst übernahm die Rolle eines Räuberhauptmanns.siehe Weblink: LeMO im DHM
* 1947: Dreams That Money Can Buy – Regie: Hans Richter; Max Ernst spielte einen Direktor.[http://www.imdb.com/title/tt0039340/fullcredits#cast Dreams That Money Can Buy], imdb.com, abgerufen am 15. April 2012
* 1957: 8 X 8: A Chess Sonata in 8 Movements – Regie: Hans Richter, Jean Cocteau. Unter anderem waren Max Ernst und Dorothea Tanning zu sehen.[http://www.imdb.com/title/tt0122855/ 8 X 8: A Chess Sonata in 8 Movements]imdb.com, abgerufen am 18. April 2012
* 1963: Max Ernst – Entdeckungsfahrten ins Unbewußte – Regie, Drehbuch, Produzent: Peter Schamoni (Kurzfilm)
* 1966: Die widerrechtliche Ausübung der Astronomie – Regie: Peter Schamoni; Max Ernst schrieb das Drehbuch, war als Erzähler tätig und beim Arbeiten an seinem Werk Maximiliana zu sehen.[http://www.schamoni.de/html/dokumentarfilme_astronomie.html Pressezitat auf der Homepage von Peter Schamoni]

* 1991: Max Ernst: Mein Vagabundieren – Meine Unruhe – Regie: Peter Schamoni[http://www.peter-schamoni.de/html/dokumentarfilme_maxernst1.html Homepage Peter Schamoni]

Ausstellungen (Auswahl)


miniatur|hochkant=0.7|Titelseite des Katalogs zur ersten Ausstellung von Max Ernst in Paris, 1921
miniatur|hochkant=0.7|Titelseite des Katalogs zur Ausstellung, Paris 1938
* 1912: Erste Einzelausstellung Galerie Feldmann, Köln
* 1913: Erster Deutscher Herbstsalon, Berlin
* 1920: Erste Internationale Dada-Messe, Berlin
* 1921: Erste Einzelausstellung in Paris, Galerie Au Sans Pareil
* 1925: erste gemeinsame Surrealistenausstellung in Pierre Loebs Galerie Pierre, Paris
* 1938: Exposition Internationale du Surréalisme, Paris
* 1942: Artists in Exile, Gallery Pierre Matisse, New York
* 1942: First Papers of Surrealism, New York
* 1942: Art of This Century, New York
* 1951: Retrospektive, Brühl
* 1954: 27. Biennale von Venedig (Großer Preis für Malerei)
* 1955: documenta 1, Kassel
* 1959: documenta II, Kassel
* 1962/63: Große Retrospektive im Wallraf-Richartz-Museum, Köln, anschließend im Kunsthaus Zürich, Zürich. Der Katalog enthält Max Ernsts Biographische Notizen.
* 1964: documenta III, Kassel
* 1972: Jenseits der Malerei. Das grafische Œuvre, Museum August Kestner, Hannover
* 1975: Max-Ernst-Retrospektive, Solomon R. Guggenheim Museum, New York
* 1987: documenta 8, Kassel
* 1991/92: Max Ernst. Retrospektive zum 100. Geburtstag, Tate Gallery, London, Staatsgalerie Stuttgart, Stuttgart, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, Musée National d’Art Moderne, Paris
* 1993: Max Ernst: Dada and the Dawn of Surrealism, Museum of Modern Art, New York
* 2000: Max Ernst. Zwischen Traum und Wirklichkeit, Staatliche Kunsthalle, Karlsruhe
* 2005: Max Ernst: A Retrospective. Metropolitan Museum, New York
* 2007/08: Max Ernst und die Welt im Buch, Museum der Moderne, Salzburg
* 2008/09: Max Ernst: Une semaine de bonté, Albertina, Wien, anschließend Max Ernst Museum, Brühl und Hamburger Kunsthalle
* 2009/10: Max Ernst läßt grüßen, Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster
* 2011/12: Dalí, Magritte, Miró. Surrealismus in Paris, Fondation Beyeler, Basel
* 2011/12: Surrealistische Druckgrafik. Albertina, Wien

* 2012: Max Ernst. Lorbeeren und Erdbeeren. Sprengel Museum, Hannover, 29. Februar bis 10.Juni 2012

Literatur


Kataloge
* Werner Spies (Hrsg.): Max Ernst Œuvre-Katalog, sechs Bände, zusammen mit Sigrid und Günter Metken, DuMont, Köln 1975–1976, Nachdruck 2004, ISBN 978-3-8321-7418-7
* {{Literatur
|Autor=Werner Spies (Hrsg.)
|Titel=Max Ernst. Collagen. Inventar und Widerspruch
|Verlag=DuMont
|Ort=Köln
|Jahr=1988
|ISBN=3-7701-2288-7
}}
Darstellungen
* Ulrich Bischoff: Max Ernst 1891–1976. Jenseits der Malerei. Taschen, Köln 1988, ISBN 3-8228-0244-1; Neuauflage 2009 ISBN 978-3-8228-6594-1.
* Jimmy Ernst: Nicht gerade ein Stilleben. Erinnerungen an meinen Vater Max Ernst, Kiepenheuer & Witsch, Köln, 1985 (Engl. Orig. 1984), auch als Taschenbuch 1991, ISBN 3-462-02154-0
* {{Literatur
|Autor=Lothar Fischer
|Titel=Max Ernst
|Verlag=Rowohlt Taschenbuch Verlag
|Ort=Reinbek bei Hamburg
|Jahr=1969
|ISBN=3-499-50151-1
}}
* Karoline Hille: Gefährliche Musen: Frauen um Max Ernst. Edition Ebersbach, Berlin 2007, ISBN 978-3-9387-4036-1
* Uwe M. Schneede: Die Geschichte der Kunst im 20. Jahrhundert. Von den Avantgarden bis zur Gegenwart. C. H. Beck, München 2001, ISBN 3-406-48197-3, S. 91–95
* {{Literatur
|Autor=Werner Spies
|Titel=Max Ernst. Retrospektive zum 100. Geburtstag
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|Ort=München
|Jahr=1991
|ISBN=3-7913-1122-0
}}
* Werner Spies: Max Ernst. Leben und Werk. DuMont, Köln 2005, ISBN 978-3-8321-7521-4
* Dorothea Tanning: Birthday – Memoirs. Lapis Press, 1986. dt. Birthday – Lebenserinnerungen, Aus dem Amerikanischen von Barbara Bortfeldt, Kiepenheuer und Witsch, Köln 1991, ISBN 3-462-02155-9
* Jürgen Wilhelm (Hrsg.): Über Max Ernst. Gespräche, Greven Verlag, Köln 2010, ISBN 978-3-7743-0431-4.

* Gabriele Wix: Max Ernst: Maler. Dichter. Schriftsteller. Fink, Paderborn 2009, ISBN 978-3-7705-4812-5

Weblinks


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* {{BAM|Max|Ernst}}
* {{LeMO|ErnstMax}}
* [http://www.kunstaspekte.de/index.php?action=webpages&k=285 Max Ernst] auf Kunstaspekte
* [http://www.max-ernst-gesellschaft.de/home/home.html Max Ernst Gesellschaft]
* [http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/persoenlichkeiten/E/Seiten/MaxErnst.aspx Max Ernst bei LVR Persönlichkeiten der rheinischen Geschichte]
* [http://www.artcyclopedia.com/artists/ernst_max.html Werke von Max Ernst in den Museen und Galerien der Welt], artcyclopedia.com
* [http://www.netzeitung.de/voiceofgermany/339476.html Ein Revolutionär aus Brühl] – Interview mit Werner Spies über Max Ernst
* [http://www.museenkoeln.de/museum-ludwig/default.asp?s=723 Museum Ludwig: Max Ernst, Dada und der Surrealismus]
* [http://www.abcgallery.com/E/ernst/ernst.html Gemälde von Max Ernst]
* [http://edoc.hu-berlin.de/kunsttexte/download/kume/zuch.pdf Max Ernst, der König der Vögel und die mythischen Tiere des Surrealismus] von Rainer Zuch, Kunsttexte II, 2004, Humboldt-Universität, Berlin
* [http://en.wikipedia.org/wiki/File:AAA_inverobe_11954-2.jpg Max Ernst und Dorothea Tanning], Fotografie von Robert Bruce Inverarity, um 1948

* {{documenta Archiv|000000431| Max Ernst}}

Einzelnachweise


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