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Heinrich Hertz

20.05.2012 @ 14:48, =,

{{Dieser Artikel|behandelt den deutschen Physiker Heinrich Hertz; zahlreiche Projekte und Einrichtungen wurden nach diesem benannt, siehe dazu Heinrich Hertz (Begriffsklärung).}}

miniatur|hochkant|Heinrich Hertz
miniatur|hochkant|Unterschrift von Heinrich Hertz

Heinrich Rudolf Hertz (* 22. Februar 1857 in Hamburg; † 1. Januar 1894 in Bonn) war ein deutscher Physiker. Insbesondere aufgrund seiner Arbeiten zum experimentellen Nachweis elektromagnetischer Wellen gilt Hertz als einer der bedeutendsten Physiker des 19. Jahrhunderts.

Leben


Heinrich Hertz entstammte einer angesehenen hanseatischen Familie. Sein Vater war der promovierte Rechtsanwalt Gustav Ferdinand Hertz (1827–1914), seit 1877 Richter und von 1887 bis 1904 Senator und Präses der Hamburger Justizverwaltung. Seine Mutter war Anna Elisabeth Pfefferkorn, Tochter eines Garnisonsarztes. Er hatte vier Geschwister, die Brüder Gustav (* 1858), Rudolf (* 1861) und Otto (* 1867) sowie die Schwester Melanie (* 1873). Mit seiner Ehefrau Elisabeth Doll, die er 1886 heiratete, hatte er die beiden Töchter Johanna und Mathilde. Er war Onkel des Nobelpreisträgers Gustav Ludwig Hertz.

Sein Abitur machte Hertz am Johanneum in Hamburg und bereitete sich danach in einem Konstruktionsbüro in Frankfurt am Main auf ein Ingenieurstudium vor. Das Studium in Dresden, wo er im April 1876 Mitglied der Burschenschaft Cheruscia wurde, brach er nach dem ersten Semester ab, weil ihn dort lediglich die Mathematikvorlesungen begeistern konnten. Nach einem einjährigen Militärdienst begann er deshalb an der Technischen Hochschule München Mathematik und Physik zu studieren und wechselte kurz darauf, 1878, an die Friedrich-Wilhelms-Universität nach Berlin. Er wurde schon im Alter von 23 Jahren mit einer Arbeit über die Rotation von Metallkugeln in einem Magnetfeld promoviert und blieb für zwei Jahre als Forschungs- und Vorlesungsassistent bei Hermann von Helmholtz in Berlin. Bereits 1883 wurde Hertz Privatdozent für Theoretische Physik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Von 1885 bis 1889 lehrte er als Professor für Physik an der Technischen Hochschule Karlsruhe (seit 2009 Karlsruher Institut für Technologie). Ab 1889 war er Professor für Physik an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, nachdem er Berufungen nach Berlin, Gießen und Amerika abgelehnt hatte.

miniatur|hochkant|Grab von Heinrich Rudolf Hertz auf dem Friedhof Ohlsdorf

Hertz starb nach zweijährigem Leiden an der Wegener-Granulomatose mit nur 36 Jahren. Er ist auf dem Friedhof Ohlsdorf in Hamburg begraben.

Wirken


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miniatur|hochkant|Büste auf dem Campus Süd des [[Karlsruher Institut für Technologie|Karlsruher Instituts für Technologie]]

Sein Hauptverdienst lag in der experimentellen Bestätigung von James Clerk Maxwells elektromagnetischer Theorie des Lichts 1886.

Hertz entdeckte in Karlsruhe mit dem ersten hertzschen Oszillator die Existenz der elektromagnetischen Wellen. Er wies nach, dass sie sich auf die gleiche Art und mit der gleichen Geschwindigkeit ausbreiten wie Lichtwellen (siehe: Brechung, Polarisation und Reflexion). Am 11. November 1886 gelang ihm im Experiment die Übertragung elektromagnetischer Wellen von einem Sender zu einem Empfänger.Albrecht Fölsing: Heinrich Hertz. Hoffmann und Campe, Hamburg 1997, ISBN 3-455-11212-9, S. 275 Die Berliner Akademie der Wissenschaften unterrichtete er am 13. Dezember 1888 in seinem Forschungsbericht „Über Strahlen elektrischer Kraft“ über die elektromagnetischen Wellen.Andrea Westhoff: [http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kalenderblatt/595189/ Entdecker der Wellen]. In: Deutschlandradio. 22. Februar 2007 Hertz’ Ergebnisse lieferten die Grundlage für die Entwicklung der drahtlosen Telegrafie und des Radios.

Auch der bereits 1839 von Alexandre Edmond Becquerel entdeckte äußere Photoeffekt wurde von Hertz untersucht (1886). Dessen Untersuchung wurde von seinem Assistenten Wilhelm Hallwachs 1887 weitergeführt (Hallwachseffekt). Dieser Effekt spielte eine besondere Rolle bei der Formulierung der Lichtquantenhypothese durch Albert Einstein 1905.

Hertz berechnete elastizitätstheoretisch die Spannungen beim Druckkontakt gekrümmter Flächen (Hertzsche Pressung).

Ehrungen


Die Einheit der Frequenz, eine Schwingung pro Sekunde = 1 Hertz (Abkürzung 1 Hz), ist nach ihm benannt und seit 1933 im internationalen metrischen System verankert.
miniatur|hochkant|Plakette am Heinrich-Hertz-Turm in Hamburg
Nach Hertz wurden unter anderem benannt:
* der Heinrich-Hertz-Turm, der Hamburger Fernsehturm
* das Berliner Heinrich-Hertz-Institut, das seit dem 1. Januar 2003 zur Fraunhofer-Gesellschaft gehört
* die Gesamtschule Heinrich-Hertz in Hamburg (ehemalige Lichtwark-Schule)
* das Heinrich-Hertz-Gymnasium in Berlin-Friedrichshain,
* das Heinrich-Hertz-Berufskolleg in Düsseldorf
* der Hertz-Hörsaal im Karlsruher Institut für Technologie, Campus Süd
* die Heinrich-Hertz-Schule in Karlsruhe
* das Heinrich-Hertz-Europakolleg in Bonn
* die Heinrich-Hertz-Kaserne in Daun und in Birkenfeld/Nahe
* die Heinrich-Hertz Realschule in Quickborn
* das Heinrich-Hertz-Gymnasium in Erfurt
* das Heinrich-Hertz-Teleskop, Mount Graham, Arizona

* die Heinrich-Hertz-Schule, Hamburg-Winterhude

Ein seit 1897 im Hamburger Rathaus befindliches Porträtrelief an einer der Ehrensäulen der Rathausdiele wurde von den Nationalsozialisten entfernt und nach dem Krieg wiederhergestellt. Von den Nationalsozialisten wurde 1933 auch die Aufstellung einer vom Hamburger Senat in Auftrag gegebenen Bronzeskulptur namens „Ätherwelle“ zur Ehrung von Hertz verhindert, da er als Jude eingestuft wurde.* http://www.fotograf-hamburg.com/hamburg/parks/eichen/index3.htm Mit Bildern der Skulptur und Umschrift der Inschrift. Die in Vergessenheit geratene Skulptur von Friedrich Wield wurde schließlich 1994 im Eichenpark an der Alster aufgestellt.

Hertz erhielt den japanischen Orden des Heiligen Schatzes.{{Internetquelle|url=http://www.editions-harmattan.fr/index.asp?navig=catalogue&obj=article&no=8245|autor=Jean-Marie Thiébaud|titel=L’Ordre du Trésor sacré (Japon)|werk=Editions L’Harmattan|hrsg=L’Harmattan|datum=Dezember 2007|sprache=französisch|zugriff=27. Juli 2009}}


Bild:5 Mark DDR 1969 - 75. Todestag von Heinrich Hertz -.JPG|5 Mark Gedenkmünze der DDR zum 75. Todestag von Heinrich Hertz aus dem Jahr 1969
Bild:DBP 100. Geburtstag Heinrich Hertz 10 Pfennig 1957.jpg|Briefmarke (1957) zum 100. Geburtstag
Datei:GDR-stamp Persönlichkeiten 20 1957 Mi. 576.JPG|Briefmarke (1957) zum 100. Geburtstag
Datei:DBP 1994 1710 Heinrich Hertz.jpg|Briefmarke (1994) zum 100. Todestag
Bild:Aetherwelle-friedrich-wield.JPG|Friedrich Wield: Ätherwelle, Denkmal für Heinrich Hertz im Hamburger Eichenpark

Der Internet-Konzern Google ehrte Heinrich Hertz am 22. Februar 2012 anlässlich seines 155. Geburtstages mit einem animierten endlosen Wellen-Doodle. chip.de: [http://www.chip.de/news/Google-Doodle-Geburtstagswelle-fuer-Heinrich-Hertz_54343757.html Google Doodle: Geburtstagswelle für Heinrich Hertz] 22. Februar 2012

Siehe auch


* Hertzscher Dipol, der eine wichtige Grundlage für jede Antenne ist.

* Hertzsche Pressung, Spannungsverhältnisse bei der Berührung zweier gekrümmter Körper (Mechanik).

Veröffentlichungen


* Ueber sehr schnelle electrische Schwingungen. In: Annalen der Physik. 267(7): 421–448, Mai 1887. Zu Annalen der Physik siehe [http://www3.interscience.wiley.com/journal/5006612/home WILEY InterScience].
* Ueber einen Einfluss des ultravioletten Lichtes auf die electrische Entladung. In: Annalen der Physik. 267(8): 983–1000, Juni 1887.
* Ueber die Einwirkung einer geradlinigen electrischen Schwingung auf eine benachbarte Strombahn. In: Annalen der Physik. 270(5): 155–170, März, 1888.
* Ueber die Ausbreitungsgeschwindigkeit der electrodynamischen Wirkungen. In: Annalen der Physik. 270(7): 551–569, Mai, 1888.
* Ueber die Beziehungen zwischen Licht und Elektricität. Vortrag gehalten bei der 62. Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte in Heidelberg. Verlag Emil Strauß, 1889.

* [http://www.uni-leipzig.de/%7Epwm/web/download/Hertz1881.pdf Ueber die Berührung fester elastischer Körper (1881)] (PDF-Datei; 1,81 MB)

Literatur


* {{NDB|8|713|714|Hertz, Heinrich Rudolf|Armin Hermann|11855008X}}
* {{ADB|50|256|259|Hertz, Heinrich|Robert Knott|ADB:Hertz, Heinrich}}
* Manuel Gracia Doncel: Heinrich Hertz. Spektrum der Wissenschaften, Oktober 1994, S. 88–96.
* Albrecht Fölsing: Heinrich Hertz. Hoffmann und Campe, Hamburg 1997, ISBN 3-455-11212-9.
* {{Literatur|Autor=Matthias Schmoock|Titel=Heinrich Hertz – private Briefe eines Genies|Sammelwerk=Hamburger Abendblatt|Tag=20|Monat=Februar|Jahr=2007|Seiten=13|Kommentar=Abbildung der Grabstelle auf dem Ohlsdorfer Friedhof, 1000 Briefe im Staatsarchiv}}
* Hannelore Dittmar-Ilgen: 120 Jahre Radiowellen. Naturwissenschaftliche Rundschau 60(6), S. 303–305 (2007), {{ISSN|0028-1050}}
* Michael Eckert: Heinrich Hertz. Reihe Hamburger Köpfe. Ellert & Richter, Hamburg 2010, ISBN 978-3-8319-0371-9.

* Max Planck: [http://s2w.hbz-nrw.de/ulbbn/content/titleinfo/972690 Heinrich Rudolf Hertz. Rede zu seinem Gedächtniss in der Sitzung der Physikalischen Gesellschaft zu Berlin am 16. Februar 1894.] Barth, Leipzig 1894.

Weblinks


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{{Commons}}
{{Wikisource|Heinrich Hertz|Texte von Heinrich Rudolf Hertz}}
{{Wikisource|Untersuchungen über die Ausbreitung der elektrischen Kraft|Untersuchungen über die Ausbreitung der elektrischen Kraft}}
{{Wikisource|Ueber die Induction in rotirenden Kugeln|Ueber die Induction in rotirenden Kugeln - Inaugural-Dissertation zu Berlin}}
* [http://dochost.rz.hu-berlin.de/dissertationen/historisch/hertz-heinrich/HTML/ Hertz' Dissertation: Über die Induction in rotirenden Kugeln]
* [http://www.uni-leipzig.de/%7Epwm/web/download/Hertz1881.pdf Original-Veröffentlichung von Heinrich Hertz: Über die Berührung fester elastischer Körper] (PDF-Datei; 1,81 MB)
* {{LeMO|HertzHeinrich|Heinrich Hertz|Sebastian Weinert}}
* [http://fredriks.de/Ohlsdorf/k04.htm Grab Heinrich Hertz, Friedhof Ohlsdorf]

* {{DNB-Portal|11855008X}}

Einzelnachweise


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