Navigation


Grünkohlessen

27.05.2012 @ 07:29, MerlIwBot,

thumb|[[Grünkohlgericht mit (süßen) Bratkartoffeln, Pinkel, Kochwurst, Kassler, Speck und Senf]]

thumb|Traditionelles Grünkohlessen in Dresden, Vorstellung der Zutaten: Grünkohl, Pinkel, Kamenzer, Kassler und Kartoffeln - sowie Gewichtsmessung vorher und nachher

Das Grünkohlessen ist ein Brauch in weiten Teilen Norddeutschlands und der Niederlande sowie in Teilen Skandinaviens. Er wird vor allem in Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein gepflegt, aber auch in Westfalen und bis in die Region Magdeburg.

Grünkohl (regional auch Braunkohl) wurde früher nach dem ersten Herbstfrost geerntet, die in ihm enthaltenen Bitterstoffe sind dann neutralisiert. Ende der Grünkohlsaison war traditionell der Gründonnerstag vor Ostern. Heutzutage werden neuere Züchtungen verwendet, die - ohne Frost â€“ ab September geerntet werden können.

Traditionell geht einem winterlichen Grünkohlessen in Gesellschaft eine „Kohlfahrt“ voraus. Dabei handelt es sich in der Regel um einen Ausflug durch die Natur, an dessen Ziel der Gasthof steht, in dem das Essen serviert wird. Die Teilnehmenden vergnügen sich während der Wanderung mit Geländespielen wie Boßeln oder Klootschießen. Zur Stärkung und um sich gegen die oft frostigen Temperaturen zu wappnen, werden in einem mitgeführten Handwagen ausreichend alkoholische Getränke mitgeführt.

Im Gasthof wird der Gesellschaft gekochter, mit Hafergrütze oder Haferflocken angedickter, Grünkohl serviert, wahlweise je nach Region mit (leicht karamellisierten) Bratkartoffeln oder gekochten Salzkartoffeln. Pinkel ist in der Gegend um Bremen und im Oldenburger Land die charakteristische Einlage, in der Region um Hannover, Hildesheim, Braunschweig und Magdeburg hingegen Bregenwurst. Diese Wurstspezialitäten werden grundsätzlich nur im Winter und für die Zubereitung im Grünkohl hergestellt und sind in anderen Regionen eher unüblich. Als Zutaten beliebt sind auch Kassler, Kohlwurst, (frische) Mettwurst, geräucherte Mettenden, Speck und Schweinekopf.

Das Grünkohlessen findet seinen Höhepunkt in der Ausrufung des Kohlkönigs oder des Kohlkönigspaares. Für die Vergabe der Königswürde werden verschiedene Methoden angewandt. Entweder werden die Anzahl der Portionen jedes Teilnehmers ausgewertet, es wird das Gewicht der Teilnehmer vor und nach dem Essen bestimmt oder es werden die Ergebnisse der Spiele auf der Wanderschaft nach geheimen und nicht ganz ernst zu nehmenden Kriterien ausgewertet. Kohlkönig wird vereinzelt auch derjenige, der als Letzter den Tisch verlässt. Dem König bzw. Königspaar obliegt es, das Grünkohlessen des folgenden Jahres zu organisieren.

Berühmte Grünkohlessen finden etwa mit dem „Grünkohl-Schlemmerfest“ in der Hamburger Fischauktionshalle und mit dem „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ in der Niedersächsischen Landesvertretung in Berlin statt.

Siehe auch


* Knieperkohl

* Schaffermahlzeit, ursprünglich ein schlichtes Mahl aus Kohl und Pinkel, Stockfisch und Malzbier

Weblinks


{{Commonscat|Green cabbage eating|Grünkohlessen}}

* [http://gourmetfreunde.org/index.php?option=com_content&task=view&id=31&Itemid=42 Kulturgeschichte] des Grünkohls und der Grünkohlessen

{{SORTIERUNG:Grunkohlessen}}
Kategorie:Feste und Brauchtum (Deutschland)
Kategorie:Kultur (Oldenburg (Oldenburg))
Kategorie:Kultur (Ostfriesland)
Kategorie:Oldenburger Münsterland

Kategorie:Norddeutsche Küche

da:Grønlangkål
Grünkohlessen
es:Grünkohlessen
fy:Boeremoes
it:Boerenkool
nl:Boerenkool (gerecht)
no:Grønlangkål
sv:Långkål

weiter

Text und Bilder dieses Beitrags stammen aus dem Artikel Grünkohlessen der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU Free Documentation License. Die Liste der Autoren ist in der Wikipedia unter dieser Seite verfügbar, der Original-Artikel lässt sich hier bearbeiten.