Navigation


Friesische Sprachen

20.03.2012 @ 09:13, RedBot,

{{Infobox Sprache
| Sprache = Friesisch (Frysk oder Friisk)
| Länder = Deutschland, Niederlande und zum Teil noch in den USA
| Sprecher = 400.000 (Muttersprachler)
| Klassifikation = Indogermanisch
* Germanisch
** Westgermanisch
*** Nordseegermanisch
| KSprache = Friesisch
| Amtssprache = {{NLD}} (Provinz Friesland)
| Minderheitensprache = {{DEU}} (Kreis Nordfriesland, Gemeinde Helgoland, Gemeinde Saterland)
|ISO1 = kein ISO-Code: frr, frs, fy/fry oder allgemein gem

}}

300px|thumb|Das Verbreitungsgebiet des Friesischen.

thumb||150|Zweisprachige Schilder Deutsch-Friesisch bei der Polizeidirektion [[Husum, Nordfriesland.]]thumb|thumb|Zweisprachige Ortsbeschilderung in Fryslân (Niederlande).

Die friesischen Sprachen, allgemein nur Friesisch (westfriesisch Frysk, nordfriesisch z. B. fresk oder frasch, als dialektübergreifender Kompromiss auch Friisk, saterfriesisch Fräisk) genannt, sind eine Gruppe von drei Sprachen. Sie gehören zum nordseegermanischen Zweig der westgermanischen Sprachen.vgl. Hans Frede Nielsen: Frisian and the Grouping of the Older Germanic Languages. In: Horst H. Munske (Hrsg.): Handbuch des Friesischen. Tübingen: Niemeyer 2001 Friesisch war ursprünglich an der Nordseeküste zwischen der Rheinmündung bis zumindest Süd-Schleswig verbreitet (siehe Karte). Heute wird es noch von etwa 400.000 Menschen gesprochen, vor allem in den Niederlanden.

Geschichte


Die ersten schriftlichen Zeugnisse stammen aus dem 13. Jahrhundert bis 15. Jahrhundert. Diese Phase des Friesischen wird als Altfriesisch bezeichnet. Zeitlich gehört Altfriesisch zu derselben Epoche wie Mittelniederdeutsch und Mittelhochdeutsch.

Das moderne Friesisch entstand im Laufe des 15. Jahrhunderts und zerfällt in drei Hauptgruppen. Es ist unter Germanisten und der allgemeinen Sprachwissenschaft umstritten, ob die drei friesischen Hauptgruppen „nur“ Dialekte einer germanischen Sprache bildeten. Heute allerdings sind die drei verbliebenen Nachfolger untereinander nicht mehr verstehbar und werden als unterschiedliche Sprachen betrachtet.

Einzelsprachen des friesischen Sprachzweigs


Nordfriesisch


Nordfriesisch wird noch im Kreis Nordfriesland und auf Helgoland in Schleswig-Holstein gesprochen. Auf den Inseln und dem Festland gibt es heute noch zehn verschiedene nordfriesische Dialekte, die untereinander teils kaum verständlich sind. Von etwa 164.000 Einwohnern des Kreises Nordfriesland sprechen noch etwa 10.000 Friesisch. Das Nordfriesische wird im Endangered Languages in Europe Report als seriously endangered (ernsthaft gefährdet) eingestuft, da es nur noch an wenigen Orten, insbesondere im Norden der Insel Amrum und im Westen der Insel Föhr, innerhalb der Familien an die jüngere Generation weitergegeben wird.

Ostfriesisch


In Ostfriesland und Groningen selbst ist die Friesische Sprache gänzlich ausgestorben, auch in fast allen anderen friesisch geprägten Gebieten östlich der Lauwers gibt es die Sprache nicht mehr. Seit etwa 1400 wurde das Ostfriesische nach und nach durch das Niederdeutsche – und in jüngerer Zeit durch das Hochdeutsche – ersetzt, zuletzt starb in den 1950er Jahren das Wangerooger Friesisch aus.

Das letzte Überbleibsel der ostfriesischen Sprache, das Saterfriesische, wird in der Gemeinde Saterland im Landkreis Cloppenburg von etwa 1.000 bis 2.500 Menschen gesprochen. Wenn die Ostfriesische Sprache eindeutig vom Ostfriesischen Platt unterschieden werden soll, wird in Anlehnung an die Bezeichnung Westerlauwerssches Friesisch für das Westfriesische auch der Terminus Osterlauwerssches Friesisch verwendet.

Westfriesisch


Das Westfriesische, auch Westerlauwerssches Friesisch, wird in der niederländischen Provinz Friesland (Fryslân) von ca. 440.000 Menschen gesprochen, von denen es etwa 350.000 als Muttersprache sprechen. Es besteht aus vier Hauptdialekten und vier weiteren kleinen Dialekten.

Nichtfriesische Varietäten mit der Bezeichnung "Friesisch"


Nicht zu den friesischen Sprachen gehören verschiedene Varietäten in den friesisch besiedelten Gebieten, die von den dortigen Bewohnern anstelle der friesischen Sprache angenommen wurden und daher "Friesisch" in ihrer Bezeichnung führen. So wird heute mit der Bezeichnung Ostfriesisch in der Regel das ostfriesische Platt bezeichnet, ein niedersächsischer Dialekt, der zwar vom Friesischen beeinflusst wurde, dieses aber nahezu vollständig ersetzt hat.

Die oft als Stadtfriesisch bezeichneten Mundarten der Städte in der Provinz Fryslân gehören ebenfalls nicht zum Friesischen. Sie wurden im 15. Jahrhundert von friesischen Kaufleuten aus der Provinz Holland übernommen. Durch starken Einfluss der friesischen Grammatik und Syntax fällt die Klassifizierung als Holländischer Dialekt allerdings ebenfalls schwer. Sie werden daher meist als Sondergruppe innerhalb der niederländischen Sprache behandelt, bisweilen aber sogar als Sondersprache bezeichnet.

Nicht zu verwechseln mit der Westfriesischen Sprache ist auch der holländische Dialekt der Region Westfriesland in der niederländischen Provinz Nord-Holland. Dieser wird ebenfalls als Westfriesisch bezeichnet. Die Verwechselungsgefahr des Dialekts mit der Westfriesischen Sprache besteht in den Niederlanden nicht. Dort ist Westfriesland eindeutig die nordholländische Region. Die Provinz Friesland, die in Deutschland meist als Westfriesland bezeichnet wird, heißt in den Niederlanden einfach Friesland oder Fryslân.

Siehe auch


* Friesen
* Friesland

* Frisistik

Literatur


* Horst H. Munske u. a. (Hrsg.): Handbuch des Friesischen. Niemeyer, Tübingen 2001, ISBN 3-484-73048-X.

Weblinks


{{Wikipedia|stq|Saterfriesisch}}
{{Wikipedia|fy|Westfriesisch}}
{{Wikipedia|frr|Nordfriesisch}}
* [http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/2000/erster_staatenbericht.pdf?__blob=publicationFile Erster Bericht der Bundesrepublik Deutschland gemäß Artikel 15 Absatz 1 der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen] (2000, PDF, 2,7 MiB)
* [http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/2003/zweiter_staatenbericht.pdf?__blob=publicationFile Zweiter Bericht der Bundesrepublik Deutschland gemäß Artikel 15 Absatz 1 der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen] (2003, PDF, 3,5 MiB)
* [http://www.nordfriiskinstituut.de/ Nordfriesisches Institut]
* [http://books.google.de/books?id=0nx-GUm-0OIC Eingeschränkte Vorschau auf Google Books: Horst H. Munske u. a. (Hrsg.): Handbuch des Friesischen. Niemeyer, Tübingen 2001, ISBN 3-484-73048-X]
* [http://www.uni-kiel.de/steckbrief-studienfaecher/friesisch.shtml Lehrstuhl Friesische Philologie] an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
* [http://www.itnijs.nl It Nijs ist die einzige friesischsprachige Tageszeitung mit Nachrichten aus aller Welt]

* [http://www.omropfryslan.nl Die Rundfunkstation Omrop Fryslân sendet in friesischer Sprache]

Einzelnachweise


!

af:Fries
als:Friesische Sprache
an:Idioma frisón
ang:Fresisc sprǣc
ar:لغة فريزية
ast:Frisón
bat-smg:Frīzu kalba
bg:Фризийски езици
bn:ফ্রিজীয় ভাষাসমূহ
br:Yezhoù frizek
ca:Frisó
co:Lingua frisone
cs:Fríské jazyky
cy:Ffriseg
da:Frisisk (sprog)
dsb:Frizišćina
Frisian languages
eo:Frisa lingvaro
es:Lenguas frisonas
et:Friisi keel
eu:Frisiera
fa:زبان‌های فریسی
fi:Friisin kieli
Frison (langue)
frp:Frison
frr:Friiske spräke
fy:Fryske talen
gl:Lingua frisoa
gv:Freeshlannish Heear
hak:Sî Fut-lî-sî-ngî
he:פריזית
hr:Frizijski jezici
hsb:Frizišćina
hu:Fríz nyelv
id:Bahasa Frisia
is:Frísneska
it:Lingua frisone
ja:フリジア語
ka:ფრიზული ენა
ko:프리지아어
kw:Frisek
la:Lingua Frisica
li:Fries
lij:Lengoa frizonn-a
lt:Fryzų kalba
lv:Frīziskās valodas
mhr:Фриз йылме
mk:Фризиски јазици
nds:Freesch
nds-nl:Freeske taaln
nl:Friese talen
nn:Frisisk
no:Frisisk
oc:Frison
pl:Język fryzyjski
pt:Língua frísia
rm:Linguas frisas
ro:Limbile frizone
ru:Фризский язык
sco:Frisie leid
sk:Frízština
stq:Fräiske Sproake
sv:Frisiska
ta:விரிசிய மொழி
tr:Frizce
tt:Фриз теле
ug:فرىزانچە
uk:Фризька мова
vi:Tiếng Frisia
vls:Fries
zea:Fries
zh:弗里西语
zh-min-nan:Frysk

weiter

Text und Bilder dieses Beitrags stammen aus dem Artikel Friesische Sprachen der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU Free Documentation License. Die Liste der Autoren ist in der Wikipedia unter dieser Seite verfügbar, der Original-Artikel lässt sich hier bearbeiten.