EnBW Energie Baden-Württemberg
{{Infobox_Unternehmen
| Name = EnBW Energie Baden-Württemberg AG
| Logo = 250px|center
| Unternehmensform = Aktiengesellschaft
| ISIN = DE0005220008
| Gründungsdatum = 1997
| Sitz = Karlsruhe, Deutschland
| Leitung = *Hans-Peter Villis, Vorstandsvorsitzender
* Claus Dieter Hoffmann, Aufsichtsratsvorsitzender
| Mitarbeiterzahl = 20.296 (31. Dez. 2011)http://www.enbw.com/content/_media/_downloadcenter/gb_2011_de.pdf
| Umsatz = 18,789 Mrd. EUR (2011)
| Produkte = Energie, Umweltdienstleistungen
| Homepage = [http://www.enbw.com/ www.enbw.com]
}}
miniatur|Deutsches Übertragungsnetz von [[Tennet (Unternehmen)|TenneT, Elia, RWE und EnBW]]
miniatur|Hauptsitz in Karlsruhe
Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG ist ein börsennotiertes Energieversorgungsunternehmen mit Sitz in Karlsruhe. Das Unternehmen ist nach E.ON und RWE das drittgrößte Energieunternehmen in Deutschland.[http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,492643,00.html Spiegel online - E.on-Manager Villis wird neuer EnBW-Chef]
Geschichte, Entwicklung
1989 bis 1999
thumb|Altes EnBW-Logo ohne Energiebalken
Ende der 1980er Jahre gab es Bestrebungen, die Energieversorgung im deutschen Südwesten auf eine neue, gemeinsame Basis zu stellen: Die vier großen Energieversorgungsunternehmen in Baden-Württemberg – (Badenwerk AG, Energie-Versorgung Schwaben AG (EVS), Neckarwerke und die Technischen Werke der Stadt Stuttgart (TWS) – gründeten im Februar 1989 die Stiftung Energieforschung Baden-Württemberg. Damals wollte die deutsche Energiebranche angesichts der absehbaren europaweiten Liberalisierung der Energiemärkte effiziente Strukturen bei Produktion, Verteilung und Vertrieb schaffen. In den Folgejahren kam es zu ersten Fusionsverhandlungen zwischen Badenwerk und EVS. Die für 1993 geplante, vom Bundeskartellamt genehmigte Fusion kam aber zunächst nicht zustande, weil der Aufsichtsrat des Badenwerks sie stoppte.
Gleichwohl wurden die Pläne weiterverfolgt, wobei die Regeln für die Ausübung des Stimmrechts der öffentlichen Anteilseigner in den beteiligten Gesellschaften geändert werden sollten. Das führte im Frühjahr 1995 zur Gründung der Stimmbindungsgesellschaft Energieverbund Baden-Württemberg (EBW). Die Fusion wurde im August 1996 auf den Weg gebracht, als die Vorstände von Badenwerk und EVS einige Teams und einen gemeinsamen Steuerungsausschuss bildeten (besetzt mit Vorstandsmitgliedern aus beiden Unternehmen), die sich mit organisatorischen und betriebswirtschaftlichen Fragen der Fusion beschäftigten und konkrete Pläne zur Umsetzung entwickelten.
Ende 1996 gründeten die Fusionspartner je eine Gesellschaft, in die das jeweilige Betriebsvermögen eingebracht wurde und die die Betriebsführung des operativen Geschäftes übernahm. Der endgültige Beschluss zur Verschmelzung der Unternehmen sollte, so der Plan, am 20. August 1997 in gleichzeitig stattfindenden Hauptversammlungen gefällt und rückwirkend zum 1. Januar 1997 wirksam werden.
Am 13. Dezember 1996 wurden die Fusionsverträge der Neckarwerke und der Technischen Werke der Stadt Stuttgart (TWS) zur Neckarwerke Stuttgart AG (NWS) unterzeichnet.
Auf außerordentlichen Hauptversammlungen am 27. Februar billigten die Anteilseigner das Fusionskonzept und die vorgenommen Vermögensumschichtungen und Gesellschaftsneugründungen zur Vorbereitung der Fusion von Badenwerk und EVS.
Die Hauptversammlungen von Badenwerk und EVS beschlossen am 20. August 1997 die Fusion der beiden baden-württembergischen Energieunternehmen. Der Name des neuen Unternehmens lautete Energie Baden-Württemberg AG, abgekürzt EBW. Die Aktien der Badenwerk Holding AG (Verhältnis 1:1) und der EVS Holdings AG (Verhältnis 1:1,58) wurden in EBW-Aktien umgetauscht. Zum Vorstand der neuen EBW wurden berufen: Gerhard Goll (Vorsitzender), Dr. Karlheinz Bozem (stellv. Vorsitzender), Hans-Jürgen Arndt und Dr. Hartmut Bilger.
Der EBW-Vorstand teilte im Dezember 1997 die Entscheidungen zur Neuordnung des Konzerns mit: Es sollten als eigenständige Tochtergesellschaften der Holding eine Kraftwerksgesellschaft, eine Transportnetzegesellschaft, eine Stromhandelsgesellschaft und eine Vertriebsgesellschaft gegründet werden. Badenwerk und EVS blieben als Regionalgesellschaften bestehen.
Im Januar 1998 wurde aus marketingtechnischen Gründen der abgekürzte Name des Konzern von "EBW" in "EnBW" geändert. Eine erste Werbekampagne unter dem neuen Namen wurde gestartet.
Im Juli 1999 fusionierten die bis dahin noch existieren Gesellschaften EnBW Badenwerk und EnBW EVS zur EnBW Regional AG (REG). Damit war die Fusion auch im operativen Geschäft abgeschlossen.
Die beiden Tochtergesellschaften der ehemaligen EVS Ueberlandwerk Jagstkreis AG in Ellwangen und die Mittelschwäbische Überlandzentrale AG in Giengen an der Brenz beschlossen im Juli 1999 rückwirkend zum Jahresbeginn den Zusammenschluss zur EnBW Ostwürttemberg DonauRies AG (ODR).
ab 2000
Im Januar 2000 verkaufte das Bundesland Baden-Württemberg seinen Aktienanteil von zunächst 25,1 % für 2,4 Milliarden € an den staatsdominierten französischen Stromkonzern Électricité de France (EdF).
Im September 2001 kaufte die EnBW 29,9 Prozent der Aktien der Stadtwerke Düsseldorf AG.
Im Oktober 2003 erfolgte der Zusammenschluss der EnBW mit der Neckarwerke Stuttgart AG.
Im Dezember 2005 kaufte EnBW weitere 25,05 Prozent der Stadtwerke-Düsseldorf-Aktien für 361 Millionen Euro. Mit nun 54,95 Prozent erlangte sie so die Mehrheit an den Stadtwerken Düsseldorf.
Im Juli 2009 beteiligte sich EnBW mit 26 Prozent am Oldenburger Energiekonzern EWE AG. Der Einstieg erfolgte in Form eines Aktienkaufes und einer Kapitalerhöhung.[http://www.enbw.com/content/de/presse/pressemitteilungen/2009/07/pm_2009_07_06_cu_ys_01/PM_EnBW_EWE_06_07_2009_neu1.pdf www.enbw.com - EWE und EnBW begrüßen Entscheidung des Bundeskartellamtes: Beginn einer neuen strategischen Partnerschaft]
Am 9. Dezember 2009 gab EnBW bekannt, von der gemeinsam mit BKW FMB Energie betriebenen Projektentwicklung für ein Kohlekraftwerk in Dörpen im Emsland Abstand zu nehmen, nachdem der ortsansässige Papierhersteller UPM Nordland Papier eine Kraft-Wärme-Kopplung mit dem geplanten Kraftwerk abgelehnt hatte.{{cite web
|url=http://www.enbw.com/content/de/presse/pressemitteilungen/2009/12/PM_20091209_d__rpen_mw01/index.jsp
|title=Aufgrund fehlender Möglichkeit zur Kraft-Wärme-Kopplung nimmt EnBW Abstand vom Projekt
|publisher=EnBW
|accessdate=2009-12-15
|date=2009-12-09
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{{cite web
|url=http://www.neue-oz.de/preexport_startseite/20091209-kohlekraftwerk-doerpen.html
|title=„Aus“ für Kohlekraftwerk in Dörpen
|publisher=Neue Osnabrücker Zeitung
|accessdate=2009-12-15
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|first=
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Gegen den Bebauungsplan waren im Sommer 2009 insgesamt mehr als 8.000 Einwendungen erhoben worden.
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|url=http://www.ndr.de/nachrichten/dossiers/kohlekraft/doerpen108.html
|title=Kohlekraftwerk in Dörpen steht vor dem Aus
|publisher=Norddeutscher Rundfunk
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|date=2009-12-10
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Deutlich mehr als die Hälfte des Gewinns stammte 2010 aus dem Betrieb der vier konzerneigenen Kernkraftwerke.Professor Uwe Leprich von der Beratungsfirma E&E Consult in Saarbrücken in einem Gutachten, das er im Auftrag von Greenpeace erstellte. ZEIT 15/2011 / zeit.de: [http://www.zeit.de/2011/15/EnBW?page=all "Woher das Geld nehmen?" - Die grün-roten Wahlsieger von Stuttgart wollen den Energiekonzern EnBW zügig auf Ökostrom umpolen. Das stößt auf Widerstand.]
Die Bundesregierung änderte wenige Tage nach dem Beginn der Nuklearkatastrophe von Fukushima im März 2011 ihre Atompolitik radikal: sie beschloss im März 2011 ein Atom-Moratorium, gemäß dem 8 der 17 deutschen Kernreaktoren - auch die beiden EnBW-Kernkraftwerke Philippsburg I und Neckarwestheim I - ausgeschaltet wurden. Sie blieben auch nach dem Ende des Moratoriums ausgeschaltet und verloren durch den deutschen Atomausstieg im August 2011 ihre Betriebserlaubnis.
Dadurch brach der EnBW-Gewinn deutlich ein.{{Internetquelle|url=http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,751317,00.html| titel=EnBW-Übernahme: Mappus droht die Kernkraftfalle| zugriff=19. März 2011| autor= Maria Marquart|hrsg= Der Spiegel|datum= 16. März 2011}}
{{Internetquelle|url=http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.atomkraft-enbw-deal-koennte-teuer-werden.b29526b1-a501-4181-8127-533b6fe3f579.html| titel=Atomkraft: EnBW-Deal könnte teuer werden| zugriff=19. März 2011| hrsg= Stuttgarter Nachrichten|datum= 19. März 2011}}{{Internetquelle|url=http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2011-03/atom-mappus-enbw?commentstart=9#comments| titel=EnBW wird für Mappus zur Belastung| zugriff=22. März 2011| hrsg= Die Zeit|autor=Rüdiger Bäßler|datum= 22. März 2011}}
Im Juli 2011 kündigte EnBW – wie zuvor bereits zwei andere deutsche Stromkonzerne, RWE und E.ON – an, gegen die Brennelementesteuer gerichtliche Klage einzureichen.{{Internetquelle| url=http://www.faz.net/artikel/C32436/energieversorger-auch-enbw-klagt-gegen-brennelementesteuer-30465199.html | titel=Auch ENBW klagt gegen Brennelementesteuer | datum=15. Juli 2011 | hrsg=FAZ.NET | zugriff=2011-07-22}}Im Januar 2012 urteilte das Finanzgericht Baden-Württemberg in Stuttgart in zwei Beschlüssen, diese sei verfassungsgemäß und europarechtskonform.
EnBW wird voraussichtlich den Bundesfinanzhof anrufen, wo bereits Beschwerden gegen die Entscheidungen der Finanzgerichte Hamburg und München anhängig sind. Eine endgültige Klärung der Rechtslage steht also noch aus; möglicherweise werden erst das Bundesverfassungsgericht oder der Gerichtshof der Europäischen Union abschließend über die Brennelementesteuer urteilen. Voraussichtlich wird der Rechtsstreit Jahre andauern.
Im Zuge der Energiewende will der verstaatlichte Konzern künftig nur noch in Windkraft an Land und auf See sowie in Gaskraftwerke investieren, sobald der Bau des letzten Kohlekraftwerks in Karlsruhe abgeschlossen ist. EnBW soll, nach dem Willen der neuen Landesregierung, „raus aus der Konfrontation, rein in die Kooperation“ und zum "Ökoversorger" werden. http://www.taz.de/Energieversorger-EnBW/!80221/
Anfang November 2011 zeichnete sich ein Rechtsstreit um den Verkauf von Anteilen (48%) an der Leipziger Verbundnetz Gas (VNG) ab. Der 2009 von der EnBW mit einem Anteil von 26% gekaufte Oldenburger Versorger EWE AG möchte diese abstoßen. In diesem Zusammenhang verschärfte sich die Diskussion um die Vertragsverlängerungdpa: Aufsichtsrat stützt EnBW-Chef in: [http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/aufsichtsrat-stuetzt-enbw-chef--51039724.html badische-zeitung.de, Nachrichten, Südwest, 27. Oktober 2011] (2. November 2011) des Vorstandschefs Hans-Peter Villis.Stefan Hupka, dpa: Energieversorger EnBW und Villis geraten unter Druck in: [http://www.badische-zeitung.de/nachrichten/wirtschaft/enbw-und-ihr-chef-villis-geraten-unter-druck--51265796.html badische-zeitung.de, Nachrichten, Wirtschaft, 1. November 2011] (2. November 2011) Schließlich wurde bekannt, dass dieser seinen Ende September 2012 auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern beabsichtigt.Markus Balser, Roman Deininger, Karl-Heinz Büschemann: [http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/hans-peter-villis-muss-gehen-gruen-rot-schaltet-enbw-chef-ab-1.1228199 Grün-rot schaltet EnBW-Chef ab] Süddeutsche, 6. Dezember 2011.
Rückkauf von EnBW-Anteilen von der EdF durch die Landesregierung Baden-Württemberg 2010
Ende 2010 - die Bundesregierung hatte kurz zuvor eine Laufzeitverlängerung für die seinerzeit 17 aktiven deutschen Kernkraftwerke beschlossen - kaufte das Land Baden-Württemberg 45% der EnBW-Anteile für insgesamt 4,7 Milliarden EUR auf Kredit von der EdF zurück. Süddeutsche Zeitung online: [http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/baden-wuerttemberg-kauft-enbw-anteile-ein-deal-mit-gschmaeckle-1.1034958 Baden-Württemberg kauft EnBW-Anteile - Ein Deal mit G'schmäckle] Darlehenszinsen in Höhe von 110 Mio. EuroRoland Muschel: Die Späth’sche Schuldenpolitik wirkt bis heute nach. in: [http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/die-spaeth-sche-schuldenpolitik-wirkt-bis-heute-nach--49396879.html badische-zeitung.de, Nachrichten, Südwest, 10. September 2011] (11. September 2011) sollten – so der damalige Ministerpräsident Mappus – aus kalkulierten Dividenden des Konzerns in Höhe von 170 Mio. Euro bezahlt werden. Im ersten Halbjahr 2011 wies die EnBW allerdings entgegen der Planung auch aufgrund der nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima in Deutschland eingeleiteten Energiewende einen Verlust von 590 Mio. Euro aushttp://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article13501155/Atomausstieg-drueckt-EnBW-in-die-roten-Zahlen.html; der amtierende baden-württembergische Finanzminister Nils Schmid (SPD) musste nun auch für 2012 Darlehenszinsen i.H.v. 110 Mio. Euro für den fremdfinanzierten Rückkauf der EnBW-Anteile aus dem Landeshaushalt einkalkulieren.
Verfassungswidrigkeit
Im Oktober 2011 beanstandete der Staatsgerichtshof Baden Württemberg die Umgehung des Parlaments beim Rückkauf der EnBW-Anteile mittels Notbewilligungsrecht durch die damalige Regierung, unterzeichnet von Finanzminister Willi Stächele, als Verstoß gegen die Verfassung.[http://www.baden-wuerttemberg.de/sixcms/media.php/607/111006_PM_Staatsgerichtshof_GR_2_%2011.pdf Staatsgerichtshofs verurteilt EnBW Aktienrückkauf] Pressemitteilung vom 6. Oktober 2011 (pdf) Unter politischen Druck trat Stächele daraufhin am 12. Oktober 2011 vom Amt des Landtagspräsidenten zurück. In der Folge flammte die Diskussion um das Zustandekommen des Rückkaufs der EdF-Anteile erneut auf.dpa: Grüne und SPD drohen mit EnBW-Untersuchung in: [http://www.badische-zeitung.de/deutschland-1/gruene-und-spd-drohen-mit-enbw-untersuchung--50856364.html badische-zeitung.de, Nachrichten, Deutschland, 22. Oktober 2011] (2. November 2011)Franz Schmider: Worum geht es bei dem sogenannten EnBW-Deal? in: [http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/worum-geht-es-bei-dem-sogenannten-enbw-deal--50992509.html badische-zeitung.de, Nachrichten, Südwest, 26. Oktober 2011] (2. November 2011)
Schiedsgerichtsklage, Rückkaufpreis
Am 16. Februar 2012 legte der baden-württembergische Finanzminister und Vizeministerpräsident Nils Schmid (SPD) einen Tag vor Fristablauf Schiedsklage vor der Handelskammer Paris ein. Dieser Vorgang fällt sofort unter die Pflicht zur Veröffentlichung an den Börsen. Mit ihm soll geklärt werden, ob die EdF einen überhöhten Preis für den Rückverkauf der EnBW-Anteile bekommen hat. Die Möglichkeit eines solchen Schiedsverfahrens war im Kaufvertrag festgelegt worden; die EdF hatte allerdings bereits zwei Mal eine Verlängerung der Klagefrist abgelehnt. Sollte der Rückkaufpreis über dem damaligen Marktwert der Anteile gelegen haben, könnte ein Verstoß gegen das europäische Beihilferecht vorliegen: bei zwischenstaatlichen Vereinbarungen ist die Verhandlung von Kaufpreisen nicht frei. Das Schiedsgericht aus je einem Vertreter beider Seiten und einem gemeinsam bestellten Vorsitzenden hat Befugnisse und Kompetenzen wie ein ordentliches Gericht.Andreas Böhme: Wie viel war das EnBW-Paket wert?. In: [http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/wie-viel-war-das-enbw-paket-wert--55951441.html badische-zeitung.de, Nachrichten, Südwest, 17. Februar 2012] (19. Februar 2012)
Anfang April 2012 behielt sich die EdF etwaige Schadensersatzansprüche aufgrund der von der Landesregierung erhobenen Schiedsgerichtsklage vor.afp: EdF-Chef will nicht aussagen - Stromkonzern droht dem Land.. In: [http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/edf-chef-will-nicht-aussagen--58206354.html badische-zeitung.de, Nachrichten, Südwest, 13. April 2012] (21. April 2012)
Auch der Rechnungshof Baden-Württemberg prüft die Höhe des Rückkaufpreises. Es ist strittig, ob der gewährte, von der vermittelnden Bank Morgan Stanley akzeptierte, so genannte Paketzuschlag gerechtfertigt war, da die dabei angenommenen Synergieeffekte ausbleiben. Für eine tiefgehende Prüfung des Verkaufspreises durch die Bank (so genanntes „Due Diligence“-Verfahren) sei zu wenig Zeit gewesen, es wurde lediglich eine Prüfung öffentlich zugänglicher Dokumente des Verkäufers („Fairness Opinion“) vorgenommen.
Parlamentarischer Untersuchungsausschuss
Ende 2011 setzte der baden-württembergische Landtag einen parlamentarischen Untersuchungsaussuss zur Überprüfung der Vorgänge ein; er sollte am 3. Februar 2012 seine Arbeit aufnehmen, als Vorsitzender wurde der Abgeordnete Ulrich Müller von der CDU Baden-Württemberg als größter Fraktion bestimmt.dpa: Land ließ EnBW-Kaufpreis von Experten bewerten. In: [http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/land-liess-enbw-kaufpreis-von-experten-bewerten--54044722.html badische-zeitung.de, Nachrichten, Südwest, 27. Dezember 2011] (21. April 2012) Der erste Termin erfolgte zunächst nichtöffentlich, die weiteren konnten unter Beteiligung der Öffentlichkeit stattfinden.Andreas Böhme: Mappus wird erster Zeuge im Ausschuss. In: [http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/mappus-wird-erster-zeuge-im-ausschuss--55489926.html badische-zeitung.de, Nachrichten, Südwest, 4. Februar 2012] (21. April 2012) Auch ein anfänglicher Anspruch von Morgan Stanley auf Wahrung der Vertraulichkeit wurde bald aufgeben.Andreas Böhme: Morgan Stanley besteht im EnBW-Deal auf Vertraulichkeit. In: [http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/morgan-stanley-besteht-im-enbw-deal-auf-vertraulichkeit--54858010.html badische-zeitung.de, Nachrichten, Südwest, 18. Januar 2012](21. April 2012)
Ende Februar 2012 teilte die EdF der baden-württembergischen Staatsregierung mit, dass sie auf Mappus´ Schweigepflicht bezüglich der bis dato geheim gehaltenen und weiter geheim zu haltenden Rückkaufsvertragsbestandteile beharre.dpa: EdF beharrt auf Mappus’ Schweigepflicht. In: [http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/edf-beharrt-auf-mappus-schweigepflicht--56437664.html badische-zeitung.de, Nachrichten, Südwest, 1. März 2012] (4. März 2012) Die südwestdeutsche Landesregierung ging davon aus, dass Mappus zum größten Teil des Vertrags Stellung nehmen könne und solle, da die meisten Teile mittlerweile öffentlich zugänglich geworden seien; er selbst wollte dies auchdpa: Verwirrspiel um Mappus-Auftritt geht weiter. In: [http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/verwirrspiel-um-mappus-auftritt-geht-weiter--56483220.html badische-zeitung.de, Nachrichten, Südwest, 2. März 2012] (4. März 2012); am 9. März 2012 sagte Mappus zum ersten Mal ausführlich vor dem Untersuchungsausschuss aus (eine umfassende Aussagegenehmigung war noch rechtzeitig ergangen): nach ihm ist alles mit rechten Dingen zugegangen, auch wenn er auch den Vorgang als „außerordentlich grenzwertig, aus Respekt vor Parlament als im Regelfall nicht gangbar und als Zumutung für die Verwaltung“ bezeichnete.Badische Zeitung, Nachrichten, Südwest, 10. März 2012, Andreas Böhme: Ein Geschäft jenseits der Regeln. In: [http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/ein-geschaeft-jenseits-der-regeln--56990376.html badische-zeitung.de] (25. März 2012) Er verteidigte, rechtfertigte und lobte den erfolgten Rückkauf des Aktienpaketes.Henning Otte und Julia Giertz, dpa: Mappus: EnBW-Deal wäre fast in letzter Sekunde gescheitert. In: [http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/mappus-enbw-deal-waere-fast-in-letzter-sekunde-gescheitert--56783824.html badische-zeitung.de, Nachrichten, Südwest, 9. März 2012] (21. April 2012) Ex-Finanzminister Stächele hingegen sah sich zunächst getäuschtBadische Zeitung, Nachrichten, Südwest, 7. März 2012, Andreas Böhme: Mappus darf vor EnBW-Ausschuss alles sagen. In: [http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/mappus-darf-vor-enbw-ausschuss-alles-sagen--56664253.html badische-zeitung.de] (25. März 2012); laut seiner Aussage am 30. März 2012 vor dem Untersuchungsausschuss ging jedoch ebenfalls alles mit rechten Dingen zu. Auch laut Deutschlandchef der abwickelnden Bank Morgan Stanley war der Rückkauf legitim. Andreas Böhme: Stächele sagt zu EnBW-Deal aus: "Über Gefühle will ich nicht reden". In: [http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/staechele-sagt-zu-enbw-deal-aus-ueber-gefuehle-will-ich-nicht-reden--57772848.html badische-zeitung.de, Nachrichten, Südwest, 30. März 2012] (21. April 2012)
Beim Vernehmungstermin des Untersuchungsausschusses am 20. April 2012 sagte allerdings ein Rechtsanwalt der beim Rückkauf beratenden Stuttgarter Rechtsanwaltskanzlei Gleiss Lutz, dass diese den früheren Ministerpräsidenten Mappus vor der geplanten Rückkaufsabwicklung gewarnt und er den Kauf absichtlich am Landtag vorbei durchgeführt habe; auch habe der Kaufpreis früher festgestanden, als bislang von Mappus und Notheis behauptet.dpa: EnBW-Deal: Rechtsberater bringt Mappus in Erklärungsnot. In: [http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/enbw-deal-rechtsberater-bringt-mappus-in-erklaerungsnot--58499605.html badische-zeitung.de, Nachrichten, Südwest, 20. April 2012] (21. April 2012)
Laut EdF wollen ihr Chef Henri Proglio und weitere vom Untersuchungsausschuss geladene EdF-Manager eine Aussage vor dem Untersuchungsausschuss verweigern, die EdF wolle lediglich eine Stellungnahme erarbeiten.
Vorstand
Der Vorstand der EnBW-Holding:
* Chief Executive Officer (CEO, Vorstandsvorsitzender): seit 1. Oktober 2007 bis 30. September 2012http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/energieversorger-enbw-chef-villis-muss-gehen-11552839.html: Hans-Peter Villis; zum 1. Oktober 2012 wird der bisherige E.ON-Manager Frank Mastiaux sein Nachfolger[http://www.enbw.com/content/de/presse/pressemitteilungen/2012/03/pm_20120330_mastiaux_cu_mw/index.jsp Dr. Frank Mastiaux übernimmt ab Oktober 2012 den Vorsitz des Vorstands bei der EnBW Energie Baden-Württemberg AG], Pressemitteilung der EnBW AG, 30. März 2012Sarah Sommer: Eon-Manager Mastiaux wird neuer EnBW-Chef. In: [http://www.badische-zeitung.de/wirtschaft-3/eon-manager-mastiaux-wird-neuer-enbw-chef--57763370.html badische-zeitung.de, Nachrichten, Wirtschaft, 30. März 2012] (4. Mai 2012)
* Chief Human Resources (CHR) und Information Officer (CIO): seit 1. Oktober 2002: Bernhard Beck
* Chief Financial Officer (CFO): seit 1. April 2011: Thomas Kusterer
* Chief Commercial Officer (CCO, Vorstand Vertrieb und Netze): seit 1. Oktober 2011: Dirk Mausbeck
Gesellschaften
Die wichtigsten EnBW-Kerngesellschaften sind:
* EnBW Akademie GmbH
* EnBW Energy Solutions GmbH
* Die EnBW EnergyWatchers GmbH basiert auf einem Franchise-System. Ihre Franchisenehmer agieren als Energiemanager zur bundesweiten Vermarktung von Energieeffizienz-Produkten und -Dienstleistungen für klein- und mittelständische Unternehmen aus dem Industrie- und Gewerbesegment. Die Maßnahmenumsetzung erfolgt durch herstellerunabhängige Partnerunternehmen
* EnBW Erneuerbare Energien GmbH (EEE): gegründet für den Ausbau erneuerbarer Energien innerhalb der EnBW. Konzernziel ist es, den Anteil erneuerbarer Energien auf mindestens 20 Prozent bis 2020 zu erhöhen, was einer Verdoppelung der heutigen Erzeugung entspricht.
* EnBW Gas GmbH
* EnBW Gasnetz GmbH: betreibt das Gasnetz der EnBW
* EnBW Kernkraft GmbH (EnKK): Tochtergesellschaft der EnBW Kraftwerke AG und zuständig für die EnBW - Atomkraftwerke Philipsburg, Neckarwestheim und Obrigheim
* EnBW Kraftwerke AG: unterhält und betreibt den Kraftwerkspark der EnBW; ist mit 17,5% an den Investitions-, Erhaltungs- und Reparaturkosten des Kernkraftwerk Fessenheim beteiligt
* EnBW Operations GmbH
* EnBW Regional AG: die Regionalgesellschaft der EnBW ist für den Zugang zu den unternehmenseigenen Stromverteilnetzen in Baden-Württemberg verantwortlich, sie pflegt Kontakte zu Kommunen und managt die Stadtwerke-Beteiligungen im Land. Dienstleistungen des gesamten EnBW-Konzerns werden zentral über die Regionalgesellschaft den Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg angeboten. ([https://www.enbw.com/stuttgart-blog/ Stuttgart-Blog der Regional AG])
* EnBW Systeme Infrastruktur Support GmbH: interner Dienstleister, der unter anderem die Aufgaben der IT-Betreuung und Bereitstellung, Gebäudeservice, Fuhrpark, Kantinen betreibt
* EnBW Technische Dienste und kaufmännische Leistungen GmbH
* EnBW Trading GmbH
* EnBW Vertrieb GmbH
* Energiedienst Holding AG (Die Holding der Firmen Energiedienst AG, Energiedienst Netze GmbH, NaturEnergie AG sowie EnAlpin AG)
* Gasversorgung Süddeutschland GmbH
* RBS wave GmbH
* '''Thermogas Gas- und Geräte Vertriebs GmbH
* TransnetBW GmbH: die TransnetBW GmbH ist Betreiberin der Stromtransportnetze. Sie firmierte bis 1. März 2012 unter EnBW Transportnetze AG {{Internetquelle|url=http://www.enbw.com/content/de/presse/pressemitteilungen/2012/03/pm_20120301_transnetbw_tng_mw01/index.jsp| titel=Aus EnBW Transportnetze AG wird TransnetBW GmbH| zugriff=06.März 2012| hrsg= EnBW AG|datum= 01.März 2012}}
* WATT Deutschland GmbH
Aktionäre
Hauptaktionäre der EnBW waren bis zum 18. Februar 2011 mit 45,01% die Électricité de France (EdF) sowie mit 45,01% die Oberschwäbischen Elektrizitätswerke (OEW).
Ein Konsortialvertrag zwischen den beiden Haupteigentümern übertrug die unternehmerische Führung an die EdF. Er sollte bis 2012 gelten. Des Weiteren wurde vereinbart, dass kein Partner mehr Anteile als der andere besitzen dürfe, und dass wichtige Entscheidungen nur im Einvernehmen zu treffen seien.
Am 6. Dezember 2010 gab die Landesregierung Baden-Württemberg bekannt, dass sie die Anteile der EDF für 4,67 Mrd. Euro (41,50 Euro pro Aktie) zurückkaufen wird, um sie anschließend an der Börse zu platzieren.http://www.baden-wuerttemberg.de/de/Baden-Wuerttemberg_erwirbt_den_Anteil_der_EDF_an_der_EnBW/242428.html?referer=88736 Die Übernahme erfolgt über die NECKARPRI GmbH, die zu 100 Prozent dem Land Baden-Württemberg gehört. Diese Gesellschaft unterbreitet auch allen anderen Aktionären ein Übernahmeangebot in Höhe von 41,50 Euro pro Aktie. Am 15. Dezember 2010 genehmigte der Landtag Baden-Württembergs dafür nachträglich eine Landesbürgschaft in Höhe von 5,9 Milliarden Euro.{{Internetquelle|url=http://www.fr-online.de/politik/spaetzle-mit-geschmaeckle/-/1472596/4913736/-/index.html| titel=EnBW-Deal: Spätzle mit Geschmäckle| zugriff=15. Dezember 2010| hrsg= Frankfurter Rundschau|datum= 15. Dezember 2010}}{{Internetquelle|url=http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2746973_0_7867_-opposition-zum-enbw-rueckkauf-machtmissbrauch-von-mappus-.html| titel=Opposition zum EnBW-Rückkauf: Machtmissbrauch von Mappus?| zugriff=15. Dezember 2010| hrsg= Stuttgarter Zeitung|datum= 15. Dezember 2010}} Die OEW planen nicht, ihre Anteile an diese Landesgesellschaft zu verkaufen.
Seit dem 18. Februar 2011 besitzt das Land Baden-Württemberg über seine 100 % Tochter Neckarpri GmbH den Aktienanteil der EdF. Somit hält Neckarpri 45,01 Prozent der Aktien an der EnBW Energie Baden-Württemberg AG und verfügt damit über Stimmrechte aus 112.517.569 Stammaktien.
Neben der Neckarpri GmbH (mit 45,01 Prozent) halten (Stand: 18. Februar 2011) die OEW Energie-Beteiligungs GmbH (OEW) ebenfalls 45,01 Prozent der EnBW-Aktien, die Badische Energieaktionärs-Vereinigung (BEV) hält 2,54 Prozent, der Gemeindeelektrizitätsverband Schwarzwald-Donau (G.S.D.) 1,28 Prozent, der Landeselektrizitätsverband Württemberg (LEVW) 0,54 Prozent, der Neckar-Elektrizitätsverband (NEV) 0,69 Prozent sowie weitere kommunale Aktionäre 0,78 Prozent der EnBW-Aktien. Die EnBW selbst hält 2,30 Prozent; 1,85 Prozent der EnBW-Aktien sind im Streubesitz.Da im Rahmen des Verkaufs des EdF-Anteils rund 3,08 Prozent der weiteren Aktionäre von ihrem Verkaufsrecht zum mit den Franzosen vereinbarten Wert Gebrauch machen wollten, erhöhte sich der Anteil von Neckarpri und OEW auf jeweils rund 46,55 Prozent.http://www.swr.de/nachrichten/bw/-/id=1622/nid=1622/did=7902924/qyp1tb/index.html
Aktionärsstruktur [https://www.cortalconsors.de/Kurse-Maerkte/Aktien/Kurs-Snapshot/Profil/Unternehmensprofil/DE0005220008-ENBW-ENERGIE-BADEN-WUERTTEMBERG-INHABER-AKTIEN-ON?exchange=FRA
abgerufen bei Cortal Consors S.A. am 24.05.2012]
{| class="wikitable"
!Anteil
!Anteilseigner
|-
| align="right" | 46,55 % || OEW Energie-Beteiligungs GmbH
|-
| align="right" | 46,55 % || NECKARPRI-Beteiligungsgesellschaft mbH (zu 100%ige im Besitz des Landes Baden-Württemberg)
|-
| align="right" | 2,45 % || Badische Energieaktionärs-Vereinigung
|-
| align="right" | 2,30 % || eigene Anteile
|-
| align="right" | 0,95 % || Gemeindeelektrizitätsverband Schwarzwald-Donau
|-
| align="right" | 0,69 % || Neckar-Elektrizitätsverband
|-
| align="right" | 0,40 % || Streubesitz
|-
| align="right" | 0,11 % || Landeselektrizitätsverband Württemberg
|}
Geschäftszahlen
{| class="wikitable"
|- class="hintergrundfarbe6"
! Kennzahl !! 2010enbw.com: [http://www.enbw.com/content/de/investoren/_media/_pdf/gb_2010.pdf Geschäftsbericht 2010 der EnBW AG], 17. Februar 2011 !! 2009enbw.com: [http://www.enbw.com/content/de/investoren/_media/_pdf/gb_2009.pdf Geschäftsbericht 2009 der EnBW AG], 10. März 2010 !! +/- in %
|-
| Stromabsatz || 146,9 Mrd. kWh || 119,7 Mrd. kWh || style="text-align:right" | 22,7
|-
| Gasabsatz || 63,6 Mrd. kwh || 65,8 Mrd. kWh || style="text-align:right" | -18,5
|-
| Umsatz || 17,5 Mrd. Euro || 15,6 Mrd. Euro || style="text-align:right" | +12,5
|-
| EBITDA || 2,84 Mrd. Euro || 2,62 Mrd. Euro || style="text-align:right" | +8,5
|-
| EBIT || 2,12 Mrd Euro || 1,88 Mrd. Euro || style="text-align:right" | +12,1
|-
| Konzernüberschuss || 1,17 Mrd. Euro || 0,88 Mrd. Euro || style="text-align:right" | +12,4
|-
| Ergebnis je Aktie || 4,06 Euro || 3,60 Euro || style="text-align:right" | +12,2
|-
| Mitarbeiter || 20.450 || 20.914 || style="text-align:right" | -2,2
|}
Stromkennzeichnung
Nach §42 EnWG zur Stromkennzeichnung sind seit dem 15. Dezember 2005 alle Energieversorgungsunternehmen in Deutschland verpflichtet, die Herkunft ihres Stroms zu veröffentlichen. Für die deutsche EnBW Vertrieb GmbH und den gesamten EnBW-Konzern ergeben sich damit folgende Werte:
{| class="wikitable"! class="hintergrundfarbe6" |
! class="hintergrundfarbe6" |bundesweiter
Durchschnitt
! class="hintergrundfarbe6" |EnBW Vertrieb GmbHenbw.com: [http://www.enbw.com/content/de/der_konzern/enbw/neue_gesetzgebung/stromkennzeichnung/index.jsp Der Strommix der EnBW], 5. März 2011
(2010)
! class="hintergrundfarbe6" |EnBW Konzern
(2010)
|-
|Erneuerbare Energieträger
|16 %
|24 %
|10,5 %
|-
|Kernenergie
|25 %
|47 %
|51 %
|-
|Fossile Energieträger + sonstige
|59 %
|29 %
|34,5 %
|-
|Radioaktiver Abfall (mg/kWh)
|0,7
|1,3
| |-
|CO2-Emissionen (g/kWh)
|506
|235
| |-
|}
Der von EnBW und somit auch von ihrer Tochter Yello vertriebene Strom enthielt bis zur Abschaltung der EnBW-Kernkraftwerke Neckarwestheim 1 und Philipsburg 1 am 6. August 2011 den größten Anteil an Kernkraft aller großen deutschen Energieversorger. Der Strommix hatte einen geringen Ausstoß an CO₂ und einen überdurchschnittlichen Anteil an erneuerbaren Energien, der vor allem aus großen Wasserkraftwerken kommt. Der Strommix des EnBW-Konzerns erzeugte somit eine überdurchschnittliche Menge radioaktiver Abfälle, trug aber – für einen Nicht-Ökostrom-Tarif – wenig zum Treibhauseffekt bei, da beim Uranbergbau weniger CO₂ emittiert wird als bei der Verstromung von Kohle.
In einer im Winter 2006 laufenden Anzeigenkampagne versuchte die EnBW, Kernkraft als „grüne“ Energiequelle zu bewerben und dadurch längere Laufzeiten für das Kernkraftwerk Neckarwestheim durchzusetzen. In der Anzeige sieht man eine Baumgruppe, deren Teile wie ein Reaktor mit dazugehörigen Kühltürmen geformt sind. Dies wurde als Greenwashing oder eine moderne Form von „Neusprech“ kritisiert.
Sponsoring
Die EnBW versteht sich als Partner und Förderer des Sports in Baden-Württemberg und unterstützt zahlreiche Sportvereine und -verbände sowie Veranstaltungen des Breitensports.
So hat die EnBW im Sommer 2010 nach Ablauf des Fünfjahresvertrages als Trikotsponsor die Zusammenarbeit mit dem Fußballbundesligisten VfB Stuttgart durch einen Dreijahresvertrag als Exklusiv-Partner fortgesetzt. Ebenso ist die EnBW Exklusiv-Partner des Karlsruher SC.{{cite web
|url=http://vfb.de/de/aktuell/news/2009/35699.php
|title=EnBW wird Exklusiv Partner des VfB
|publisher=VfB Stuttgart
|accessdate=2010-03-10
}}
Die EnBW ist seit 2010 Hauptsponsor des Handball-Bundesligisten Frisch Auf Göppingen, HBW Balingen-Weilstetten sowie des Basketball-Zweitligisten Kirchheim Knights, des Basketball-Bundesligisten EnBW Ludwigsburg und des Bruchsaler Fußballkreisligisten SV Philippsburg sowie der EnBW TV Rottenburg.
Die EnBW unterstützt als Sponsor und Mitveranstalter seit 2002 die Tour de Ländle und als Namensgeber und Sponsor die EnBW-Oberliga Junioren im Bereich Fußball.{{cite web
|url=https://www.enbw.com/oberliga/
|title=EnBW-Oberliga Junioren
|publisher=EnBW
|accessdate=2012-03-08
}}
Zudem werden gefördert Veranstaltungen des badischen und Schwäbischen Turnerbundes sowie eine Vielzahl von Breitensportveranstaltungen wie den Stuttgart Lauf oder den EnBW Oberschwaben Pokal. Als Haupt- und Presentingsponsor unterstützte die EnBW auch die Schacholympiade 2008 in Dresden
Zusätzlich war die EnBW nationaler Förderer der FIFA WM 2006 in Deutschland.
Das kulturelle Engagement der EnBW umfasst Partnerschaften mit renommierten Institutionen, wie dem Stuttgarter Ballett, dem Festspielhaus Baden-Baden, dem Kunstmuseum Stuttgart und dem ZKM Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe und auch eigene Ausstellungsreihen mit regionalen und überregionalen Kunstschaffenden.Die EnBW engagiert sich zudem auch für Bildung, Wissen, Soziales sowie Umwelt und sie betreibt zahlreiche eigene Programme wie die EnBW-Energiekiste, die Energie-Exponate, Schulwettbewerbe und ist z.B. Partner und Namensgeber des Ehrenamtspreises Impuls im Rahmen des Wettbewerbs 'Echt Gut! Ehrenamt in Baden-Württemberg'. Außerdem führt die EnBW in Kooperation mit der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg das Amphibienschutzprogramm „Impulse für die Vielfalt“ durch.
Weiteres Kultur- und Gesellschaftssponsoring (Bildung, Wissen, Soziales, Umwelt)* Gauthier Dance // Dance Company Theaterhaus Stuttgart
* ARD-Hörspieltage
* Experimenta Heilbronn
* Infozentrum Kaltenbronn
Seit 1998 vergibt die EnBW an Bildende Künstler und Künstlerinnen mit Bezug zum alemannischen Sprachraum den EnBW-Förderpreis.
Engagement Elektromobilität
miniatur|Öffentliche EnBW-Ladestation in Karlsruhe
Die EnBW beschäftigt sich seit 2008 mit verschiedenen Themen im Bereich Elektromobilität. [http://www.enbw.com/emobilitaet www.enbw.com: Elektromobilität]Dabei geht es bislang um die Entwicklung und den Betrieb einer Ladeinfrastruktur (Ladesäulen, Abrechnungssysteme, Integration in Smart Grid) sowie der Erprobung der Alltagstauglichkeit elektrisch angetriebener Fahrzeuge (E-Bike, Elektroauto, Elektrofahrräder).
Konkret war bzw. ist die EnBW an folgenden Projekten beteiligt
miniatur|EnBW-E-Bike Elmoto
* Rund 500 Testfahrer (sogenannte Elektronauten) wurden 2010 und 2011 mit E-Bikes der Marke Elmoto im Rahmen der Modellregion Elektromobilität Stuttgart ausgestattet. Deren Mobilitätsverhalten wurde zu Forschungszwecken protokolliert und ausgewertet. Das Projekt wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Verkehr gefördert.
* Im Oktober 2011 wurden 45 Ladesäulen der EnBW gemeinsam mit DB Rent und der Landeshauptstadt Stuttgart in Betrieb genommen. Diese dienen der Energieversorgung von Pedelecs und E-Bikes mit denen das Fahrradverleihsystem Call-A-Bike der Deutschen Bahn AG erweitert wurde.
* Insgesamt betreibt die EnBW in Baden-Württemberg derzeit ca. 300 Ladepunkte an denen Elektroautos, E-Bikes und Pedelecs laden können. Um die Ladestationen nutzen zu können, ist eine Ladekarte notwendig, die schon bald als reguläres EnBW-Produkt für alle Elektromobilisten verfügbar sein wird.
* Im Projekt MeRegioMobil hat die EnBW 2010 und 2011 als Konsortialführer zusammen mit anderen Unternehmen die Integration der Elektromobilität in intelligente Verkehrs- und Energienetze erforscht. [http://www.ikt-em.de/de/MeRegioMobil.php Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie: MeRegioMobil - Minimum Emission Region Mobil] Ziel war der Aufbau und Betrieb einer intelligenten Lade- und Rückspeiseinfrastruktur sowie die Entwicklung einer interoperablen Abrechnungsmöglichkeit für Elektrofahrzeuge. Das Projekt wurde durch das Bundesministerium für Wirtschaft im Rahmen des Programms IKT für Elektromobilität gefördert.
Besondere Anlagen
Kraftwerke
* Dampfkraftwerke
** Dampfkraftwerk Altbach/Deizisau
** Dampfkraftwerk Heilbronn
** Dampfkraftwerk Marbach am Neckar
** Dampfkraftwerk Walheim
** Rheinhafen-Dampfkraftwerk Karlsruhe
** Dampfkraftwerk Stuttgart-Gaisburg
** Dampfkraftwerk Stuttgart-Münster
** Kraftwerk Lausward Betrieb gemeinsam mit Stadtwerke Düsseldorf
** Kraftwerk Lippendorf (50 % Beteiligung)
** Großkraftwerk Mannheim (32 % Beteiligung)
** Kraftwerk Bexbach (Beteiligung)
** Kraftwerk Buschhaus (Beteiligung)
** Kraftwerk Rostock (Beteiligung)
* Kernkraftwerke** Kernkraftwerk Neckarwestheim, bestehend aus einem aktiven Druckwasserreaktor und einem 2011 stillgelegten Druckwasserreaktor
** Kernkraftwerk Obrigheim (11. Mai 2005 endgültig abgeschaltet)
** Kernkraftwerk Philippsburg, bestehend aus einem 2011 stillgelegten Siedewasserreaktor und einem Druckwasserreaktor
** Kernkraftwerk Fessenheim, Frankreich / Elsass (17,5 % Beteiligung)
* Pumpspeicherwerke und Laufwasserkraftwerke** Pumpspeicherwerk Glems
** Pumpspeicherwerk Schluchsee (Gemeinschaftsunternehmen mit RWE Power AG und Energiedienst Holding)
** Illerkraftwerke
** Rudolf-Fettweis-Werk Forbach
** Rheinkraftwerk Iffezheim, teilweise Elsass (Deutsch-Französischer Vertrag) (50 % Beteiligung )
** Altes Wasserkraftwerk Rheinfelden ( teilweise Rückbau begonnen)
** Neues Wasserkraftwerk Rheinfelden (im Bau; volle Inbetriebnahme 2011)
** Obere Donau Kraftwerke AG (sechs Laufwasserkraftwerke; Gemeinschaftsunternehmen mit Rhein-Main-Donau AG)
** Wasserkraftwerk Kiebingen
** Kleinwasserkraftwerk Oberriexingen
** Kleinwasserkraftwerk Rheinhausen-Oberhausen
** Laufwasserkraftwerk Grenzach-Wyhlen
** Laufwasserkraftwerk Laufenburg
** Rheinkraftwerk Gambsheim (Beteiligung)
** Unterwasserkraftanlage Karlstor
** Schweizer EnAlpin Wasserkraftanlagen (100%-iges Tochterunternehmen / Aletschwehr an der Massa, Griesstausee, Kraftwerk Lötschen)
* Windparks** Baltic 1
** Kraftwerk Lausward (Mit Stadtwerke Düsseldorf)
Anlagen zur Gasversorgung
Leitungen
* Freileitungsüberspannung Eyachtal (Hochspannungsleitung mit größter Spannweite in Deutschland)
* Anlage 0704 (stillgelegte 110-kV-Drehstromleitung bei Gomaringen)
* Anlage 9461 (stillgelegte 110-kV-Drehstromleitung bei Göppingen)
Zahlreiche Leitungen, die einst von der Energie-Versorgung Schwaben (EVS) errichtet wurden, verfügen über mindestens ein Luftkabel zur Nachrichtenübertragung, welches girlandenförmig am Erd- oder einem Hilfsseil montiert ist.
Fotogalerie Anlagen der EnBW
File:Enbw_ladesaeule_2012_5.jpg|Elektroladesäule der EnBW in Karlsruhe
File:Enbw ladesaeule 2012 4.jpg|Elektroladesäule der EnBW in Karlsruhe
File:Wasserstofftankstelle_EnBW.jpg|Wasserstofftankstelle der EnBW in Karlsruhe
File:Wasserstofftankstelle EnBW 4.JPG|Wasserstofftankstelle der EnBW in Karlsruhe
File:Wasserstofftankstelle_EnBW_8.JPG|Wasserstofftankstelle der EnBW in Karlsruhe
File:Wasserstofftankstelle EnBW 9.JPG|Wasserstofftankstelle der EnBW in Karlsruhe
File:Stuttgart muenster kraftwerk 02.jpg|Kraftwerk Stuttgart-Münster
File:Gaskessel gaisburg.jpg|Gaskessel Stuttgart-Gaisburg
File:Gaskessel gaisburg revision.jpg|Revision des Gaskessel Stuttgart Gaisburg
File:Gasdruckregelanlage enbw.jpg|Gasdruckregelanlage
File:Turbinenhalle Laufwasserkraftwerk Rheinfelden.jpg|Turbinenhalle des Laufwasserkraftwerks Rheinfelden
File:Wasserhochbehaelter Hasenberg.jpg|Wasserhochbehälter Stuttgart (Hasenberg)
File:Umspannstation EnBW Ladenburg.JPG|Umspannstation in Ladenburg
File:Kraftwerk_muenster.jpg|Heizkraftwerk Stuttgart-Münster
File:Enbw_hessigheim.jpg|Laufwasserkraftwerk Hessigheim
File:2011_09_29_RDK_050.jpg|Im Bau – Rheinhafen-Dampfkraftwerk Karlsruhe
File:2011_09_29_RDK_023.jpg|Arbeiten am Rheinhafen-Dampfkraftwerk Karlsruhe
File:2011_08_02_Iffezheim_Staustufe.jpg|Ausbau der Staustufe und des Wasserkraftwerks Iffezheim
File:Wasserkraftwerk_Rockenau.jpg|Wasserkraftwerk Rockenau
File:Wasserkraftwerk_Rheinfelden.jpg|Wasserkraftwerk der EnBW in Rheinfelden
File:Wasserkraftwerk_Rheinfelden_2.jpg|Wasserkraftwerk Rheinfelden
Einzelnachweise
Weblinks
{{Commonscat|EnBW}}
* [http://www.enbw.com/ Offizielle EnBW-Homepage]
{{Normdaten|GKD=2172087-3}}
{{DEFAULTSORT:Enbw Energie Baden-Wurttemberg}}{{Coordinate |NS=49.005804 |EW=8.436678 |type=landmark |region=DE-BW }}
Kategorie:Energieversorger (Deutschland)
Kategorie:Unternehmen (Karlsruhe)
Kategorie:Kernkraftwerksbetreiber
Kategorie:Kernenergie in Deutschland
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