Betriebswirt
{{Deutschlandlastig}}
Der Betriebswirt ist eine höhere kaufmännische Qualifikation. Betriebswirte bearbeiten kaufmännische oder betriebswirtschaftliche Aufgabenstellungen in Unternehmensbereichen wie Marketing, Personal, Controlling, Rechnungswesen und Steuerwesen.
Berufsbild und Kompetenzen
Betriebswirte sind auf Grund der zahlreichen neuen Bachelor Studiengänge zunehmend spezialisiert ausgebildet. Beispielhaft seien genannt die Spezialisierungen im funktionellen Bereich, wie Marketing, Produktion, Personal oder Steuern oder die Spezialisierung im institutionellen Bereich wie Bankwesen, Gesundheitswesen, öffentlicher Dienst oder Industrie.
{{Quelle}}Betriebswirte ersetzen zunehmend auch die traditionellen kaufmännischen Ausbildungsberufe wie Industriekaufmann oder Bankkaufmann. Nur noch ein kleiner Bruchteil der Betriebswirte wird im Laufe seines Berufslebens noch Führungsaufgaben wahrnehmen. Im Bereich der betrieblichen Führungsaufgaben entsteht dem Betriebswirt heute zahlreiche Konkurrenz durch Volkswirte, Juristen und Ingenieure, die gleichberechtigt nebeneinander stehen und ebenso häufig wie Betriebswirte in Positionen wie Prokuristen oder Geschäftsführer zu finden sind. In den letzten Jahren ist im Zuge der Globalisierung von Arbeitsinhalten eine zunehmende Gewichtung der betriebswirtschaftlichen Ausbildung in Bezug auf Kompetenzen im Bereich von Sprachen und bei interkulturellen Fähigkeiten zu beobachten (sogenannte Schlüsselqualifikationen).
In der Ausbildung stehen die folgenden Fachkompetenzen im Vordergrund:*Im Bereich Finanzierung soll der Betriebswirt für die notwendige Liquidität sorgen können, Eigen- und Fremdkapital beschaffen, dem Unternehmer geeignete Instrumente zur Innenfinanzierung oder Außenfinanzierung vorschlagen und das Controlling mit Hilfe geeigneter Managementsysteme und Kennzahlen verantworten können.
*Im Bereich Rechnungswesen sind das Erstellen der Kosten- und Leistungsrechnung, Leitung der Lohn- und Finanzbuchhaltung, Erstellen der BWA, Investitionsrechnung, Etatbestimmung und -verwaltung für Marketingmaßnahmen oder die Personalentwicklung sowie die Leitung des strategischen, operativen und des Bereichscontrolling von Bedeutung.
*Im Bereich Marketing geht es um das Analysieren von Marktsituationen, der Marktforschung und die Festlegung der Elemente des Marketing-Mix, sowie um die Steuerung des Beschaffungsmarketing. Weitere Inhalte sind Vertriebsleitung und Mitarbeiterführung im Verkauf, Reklamationssteuerung sowie Qualitätsmanagement im Hinblick auf Kundenbindung und Image.
*Im Bereich Personalwesen sind die Personalbedarfsplanung, die Personaleinsatzplanung, Instrumente und Strategien der Personalbeschaffung und Optimierung der Personalkosten, Personalentwicklungsplanung sowie Personalverwaltung mit den Bereichen Lohnbuchhaltung, Fürsorge, Einhaltung der Arbeitsstättenverordnung sowie die Sicherstellung von Maßnahmen zur Unfallverhütung am Arbeitsplatz und zum Beispiel als Personalleiter auch die Begleitung konfliktfreier Entlassungen von Mitarbeitern wesentliche Themen.
*Im Bereich Organisation soll der Betriebswirt Aufbau- und Ablauforganisation gestalten, einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) im Unternehmen initiieren und betreuen, das Qualitätsmanagement führen und nicht zuletzt den Waren- und Dienstleistungsfluss (Logistik) koordinieren können.
*Im Bereich Produktion soll der Betriebswirt die Kapazitätsplanung in praktischer Abstimmung mit den Technikern oder Dienstleistern leisten, die Wirtschaftlichkeit der Materialwirtschaft und verschiedener Standortvarianten oder Fremdfertigung berechnen und Zertifizierungsverfahren für das Qualitätsmanagement koordinieren können und Methoden der Rationalisierung kennen.
*Im Bereich Wirtschaftsrecht ist vor allem die Einhaltung von Handels-, Wettbewerbs-, Arbeits- und Sozialversicherungsbestimmungen von Bedeutung. Außerdem sollen betriebsspezifische Geschäftsbedingungen verfasst und unter Umständen einfache erstinstanzliche Gerichtsprozesse in Vertretung des Unternehmers geführt werden können.
Studium
Alternativ zur Berufsausbildung ist es auch möglich, Betriebswirtschaftslehre an einer Universität oder Fachhochschule zu studieren.
An Fachhochschulen dauerte das Diplomstudium der Betriebswirtschaftslehre sieben bis acht Semester und schloss oft mit dem Titel Diplom-Betriebswirt ab. An der Universität war die Studiendauer acht bis zehn Semester und der Abschluss zumeist Diplom-Kaufmann.
Das Studium gliederte sich in zwei Studienabschnitte: Das Grundstudium mit einer Studienzeit von drei bis vier Semestern diente der breiten Wissensvermittlung in den Grundlagenfächern Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre, Rechtswissenschaften, Mathematik, Wirtschaftsinformatik und Sprachen. Den Abschluss bildete das Vordiplom, das entweder grundstudiumsbegleitend oder als Abschlussprüfung durch schriftliche und mündliche Prüfungsleistungen in den Grundlagenfächern erlangt wurde und den Beginn des Hauptstudiums ermöglichte.
Das Hauptstudium, welches sich an das Grundstudium anschloss, sollte die Grundlagenfächer vertiefen und die Möglichkeit bieten, aus einer Auswahl betriebswirtschaftlicher Funktionsfächer wie beispielsweise Unternehmensführung, Finanzierung, Investition, Marketing, Personal und fachspezifischer spezieller Wirtschaftszweiglehren wie Bankbetriebslehre, Industriebetriebslehre, Immobilienökonomie, betriebswirtschaftliche Steuerlehre oder betriebswirtschaftliche Prüfungslehre eine Spezialisierung vorzunehmen. Das Hauptstudium dauerte in der Regel drei bis fünf Semester.
Die Diplomprüfung wurde über schriftliche und mündliche Prüfungsleistungen in den genannten Fächern sowie der Anfertigung einer Diplomarbeit abgeschlossen. Nach Absolvierung weitergehender Berufsprüfungen ist auch die Zulassung als Steuerberater und Wirtschaftsprüfer möglich.
Im Rahmen des Bologna-Prozesses wurden die Diplomstudiengänge durch Bachelor- und Masterstudiengänge ersetzt. Daneben existiert das weiterbildende MBA-Studium, das nicht auf den Inhalten eines vorangehenden wirtschaftwissenschaftlichen Studiums aufbaut und sich an Absolventen anderer Fachrichtungen wie Ingenieure, Natur- und Geisteswissenschaftler, Juristen und Mediziner richtet, die sich auf Managementpositionen vorbereiten wollen und eine Alternative zu einem betriebswirtschaftlichen Aufbaustudium suchen. Es können sich je nach Programm auch Wirtschaftswissenschaftler durch ein MBA-Studium spezialisieren.
Berufliche Weiterbildung
Unterschiede ergeben sich im Wesentlichen bezüglich des zeitlichen Umfanges und der Art des Lehrganges (Vollzeit oder berufsbegleitend), der Zugangsvoraussetzungen sowie der Art des Abschlusses (als Staatsexamen oder Kammerprüfungen). Im Vergleich zu Hochschulabschlüssen bauen diese Lehrgänge auf einer Berufsausbildung und entsprechender Berufserfahrungen auf und sind stärker praxisbezogen konzipiert.
Diplom-Betriebswirt (BA)
Der Diplom-Betriebswirt (BA) wird von Berufsakademien nach dem Abschluss eines sechssemestrigen AusbildungsgangesBeschluss der Kultusministerkonferenz vom 15. Oktober 2004 der Betriebswirtschaftslehre als staatlicher Abschluss vergeben. Er ist in einigen Bundesländern (Baden-Württemberg, Sachsen, Berlin) ein Ausbildungsabschluss im tertiären Bildungsbereich.Kultusministerkonferenz vom 29. September 1995 Abschlüsse von akkreditierten Bachelor-Ausbildungsgängen an Berufsakademien sind hochschulrechtlich Bachelorabschlüssen von Hochschulen gleichgestellt.KMK-Beschluss vom 25. Oktober 2004
Das Studium an einer Berufsakademie soll sich durch einen soliden Praxisbezug ausweisen, da es zusammen mit einer betrieblichen Ausbildung absolviert wird. Im Unterschied zu einem Studium an einer Hochschule ist das Fächerspektrum auf ein bestimmtes Fachgebiet/Berufsfeld wie z. B. Steuern und Prüfungswesen oder Dienstleistungsmarketing ausgelegt.
Unternehmen, die BA-Studenten betrieblich ausbilden, erwarten in der Regel ein überdurchschnittliches Abitur, insbesondere in den Fächern Mathematik und Deutsch, sehr gutes sprachliches Ausdrucksvermögen sowie Eigeninitiative und hohe Belastbarkeit.
;Voraussetzungen:*Fach- bzw. Allg. Hochschulreife
*Abschluss eines Ausbildungsvertrages mit einem kooperierenden Unternehmen
;Dauer:*6 Semester im dualen System, d. h. ca. 10 Wochen pro Semester wird an der BA unterrichtet. Die übrige Zeit verbringt der Student zur Erlangung berufspraktischer Kenntnisse und Fähigkeiten im jeweiligen Betrieb.
*1.800 bis 2.100 Unterrichtsstunden
;Art der Abschlussprüfung:*staatliche Abschlussprüfung
Diplom-Betriebswirt (DH)
Die Duale Hochschule Baden-Württemberg kann den staatlichen Abschluss Diplom-Betriebswirt (Berufsakademie) auf Antrag in den akademischen Grad Diplom-Betriebswirt (Duale Hochschule) nachgraduieren.
Staatlich geprüfter Betriebswirt
Der Staatlich geprüfte Betriebswirt (engl. State examined Business Manager) ist ein Abschluss, der durch ein zweijähriges Fachschulstudium in Vollzeit (optional vier Jahre Teilzeit) an Fachakademien oder Fachschulen für Wirtschaft nach mindestens 2.400 Stunden Lehrumfang über eine mit Erfolg abgelegte staatliche Prüfung an der Fachschule/Fachakademie erworben werden kannBeschluss der Kultusministerkonferenz vom 7. November 2002. Die Prüfungsaufgaben werden an Fachschulen von den Lehrkräften erstellt und bedürfen der Genehmigung durch die zuständige staatliche Stellez. B. Hessen, Verordnung über die Ausbildung und Prüfung an Ein- und Zweijährigen Fachschulen in diesem Fall vom 7. Mai 2007, § 21, um einen Mindeststandard sicherzustellen[http://elib.tu-darmstadt.de/diss/000135/DissHB.pdf Bauer, H. P.: Die Entwicklung der öffentlichen Fachschulen für Wirtschaft, Fachrichtung Betriebswirtschaft, in Hessen und deren Bewertung durch ihre Studierenden, 2001]. An den bayerischen Fachakademien werden die Prüfungen dagegen zentral über das bayerische Kultusministerium erstellt.
Die berufliche Weiterbildung gliedert sich in ein betriebswirtschaftliches Grundstudium, welches die ersten beiden Semester umfasst und in ein Schwerpunktstudium im dritten und vierten Semester. Das Grundstudium beinhaltet einen allgemeinbildenden Anteil, der auch dem Erwerb der Fachhochschulreife dient. Diese zertifizierte allgemeine FHR kann im Rahmen des Abschlusses zusätzlich erworben werden. Im Schwerpunktstudium soll sich der Student darüber hinaus fundiertes Spezialwissen in einem von ihm zu wählenden Schwerpunktfach wie z. B. Marketing, Personalwesen, Finanzwirtschaft, Informatik oder Controlling aneignen.
Zum Abschluss des Schwerpunktstudiums wird eine Projektarbeit (auch Betriebswirtarbeit genannt) angefertigt. Sie besteht aus einer schriftlichen Arbeit, die durch eine Präsentation mit Kolloquium ergänzt wird. Mit dieser Betriebswirtarbeit sollen die Fachschüler zeigen, dass sie komplexere betriebliche Problemstellungen unter Einsatz der bisher erworbenen theoretischen Kenntnisse und ihrer berufspraktischen Erfahrungen analysieren, strukturieren und selbstständig lösen können. Die Fachschülerinnen und Fachschüler sollen nachweisen, dass sie im Sinne von Schlüsselqualifikationen an wissenschaftliche Denk- und Arbeitsweisen herangeführt wurden sowie befähigt sind, fächerübergreifend zu denken, zu arbeiten und Arbeitsergebnisse angemessen zu präsentieren. Die Projektarbeit bezieht sich in der Regel auf eine konkrete betriebliche Fragestellung und ist fächerübergreifend angelegt. Sie soll sowohl einen betriebswirtschaftlichen als auch branchenbezogenen Schwerpunkt aufweisen.http://www.fachschule-fuer-betriebswirtschaft.de/ Thema und Bewertung der Projektarbeit werden auf dem Abschlusszeugnis aufgeführt.
;Voraussetzungen:*Fachoberschulreife
*kaufmännische Berufsausbildung
*Abschlusszeugnis der Berufsschule
*mindestens 12 Monate kaufmännische Berufserfahrunghttp://www.kmk.org/doc/beschl/rvfachschul.pdf
Die Bestimmungen der einzelnen Bundesländer können von den oben angegebenen Regelungen abweichen. Sondergenehmigungen können außerdem erteilt werden.;Dauer:
*4 Semester in Vollzeit
*8 Semester in Teilzeit
*2400 bis 2800 Unterrichtsstunden
;Art der Abschlussprüfung:*staatliche Abschlussprüfung
;Weitere Bildungsmöglichkeiten nach Abschluss der Weiterbildung (Auszug):*Seit 2009 berechtigt die erfolgreich abgeschlossene staatliche Abschlussprüfung (Staatlich geprüfter Betriebswirt) in allen Bundesländern zum ordentlichen Studium an einer Fachhochschule oder Universität (allgemeiner Hochschulzugang), was jedoch bei Universitäten mit einem Beratungsgespräch verbunden ist. Da der allgemeine Hochschulzugang keine zertifizierte (Fach-)Hochschulreife beinhaltet, ist weiterhin der Erwerb der Fachhochschulreife über eine Ergänzungsprüfung im Rahmen des Studiums zum staatlich geprüften Betriebswirt zu empfehlen. Seit 31. Januar 2012 wird die Weiterbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt nach dem Deutschen und Europäischen Qualifikationsrahmen (DQR/EQR) der Niveaustufe 6 zugeordnet. Dies bedeutet, dass der Abschluss gegenüber einem Bachelor-Abschluss gleichwertig, aber nicht gleichartig ist. Ein akademischer Abschluss ist weiterhin nur über ein Hochschulstudium möglich. Üblich ist, dass an den meisten Hochschulen in Deutschland mindestens ca. 60 CPS auf ein Bachelorstudium anerkannt werden. Die weitere Entwicklung wird jedoch darauf abzielen, bei längerer qualifizierter Berufspraxis den direkten Einstieg in ein Masterstudium ohne vorherigen Bachelor-Abschluss zu erlauben, wie dies nicht nur in GB, USA oder Australien, sondern auch an einigen Hochschulen in Deutschland (FH Koblenz/Remagen, EURO-FH) bereits jetzt möglich isthttp://www.staatlich-gepruefte-betriebswirte.de/hochschulstudium.htm.
*Die Private Fachhochschule Göttingen (PFH) empfiehlt beim Studium zum BWL-Bachelor of Arts für den Abschluss als Staatlich geprüfter Betriebswirt den Einstieg in das 4. oder 5. Semester. Ähnliches gilt auch für andere Fernhochschulen in Deutschland.
*Der Fachbereich Sozialökonomie der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in der Universität Hamburg (ehemals Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik) erkennt beim Studium zum Bachelor of Arts in Sozialökonomie vom Abschluss des Staatlich geprüften Betriebswirtes die Noten des Abschlusszeugnisses in einigen Fächern ohne Zusatzprüfung als Klausurnoten an, was ca. 60 Credit Points und damit ein Drittel der insgesamt benötigten Credit Points ausmacht. Dasselbe Verfahren hat sich auch an einigen staatlichen Hochschulen durchgesetzt.
*An manchen englischen Universitäten (z.B. Liverpool,Lincoln) können staatlich geprüfte Betriebswirte in einem Jahr ein betriebswirtschaftliches Bachelor- und in einem weiteren Jahr ein Masterstudium abschließen, falls sie nicht direkt in ein Masterstudium (M.SC.) einsteigen wollenhttp://www.staatlich-gepruefte-betriebswirte.de/hochschulstudium.htm.
;Beispiele möglicher Tätigkeiten:Als Freiberufler nach § 18 EStG – beratender Betriebswirt lt. Bundesfinanzhof.http://www.bfh.simons-moll.de/bfh_1991/XX910769.HTM Dies eröffnet dem staatlich geprüften Betriebswirt ein breites Spektrum der selbstständig beratenden Tätigkeit.
Geprüfte/r Betriebswirt/in (HwO - ehemals Betriebswirt HWK)
Der Fortbildungslehrgang Geprüfte/r Betriebswirt/in (HwO) ist die höchste Ausbildung im Handwerk, welche mit einer deutschlandweit anerkannten öffentlich-rechtlichen Fortbildungsprüfung vor der Handwerkskammer endet und bereits 1977 mit dem Betriebswirt des Handwerks (BdH) in Baden-Württemberg seinen Anfang nahm.
Die Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss „Geprüfter Betriebswirt nach der Handwerksordnung und Geprüfte Betriebswirtin nach der Handwerksordnung“ ist am 1. April 2011 mit einer Übergangsfrist bis 31. Dezember 2015 in Kraft getreten. Die bisherigen Kammerregelungen nach § 42a HwO werden somit durch die bundeseinheitliche Rechtsverordnung nach § 42 HwO ersetzt.
Ziel der beruflichen Fortbildung zum/r „Geprüften Betriebswirt/in (HwO)“ ist die Qualifizierung künftiger Führungskräfte im Handwerk. Die Absolventen/innen sollen befähigt werden, ein Unternehmen nachhaltig, eigenständig und verantwortlich zu führen. Dazu gehören insbesondere die folgenden Aufgaben: Die Entwicklung eines Unternehmens strategisch planen, das Unternehmen führen und die Ziele operativ umsetzen, dabei insbesondere# rechtliche, gesamtwirtschaftliche, politische und internationale Entwicklungen bewerten,
# marktbezogene und unternehmensinterne Prozesse im Unternehmen analysieren,
# die Unternehmensstrategie planen und durch betriebswirtschaftliche Steuerung im Tagesgeschäft umsetzen,
# die Organisation und Geschäftsprozesse des Unternehmens im Sinne der Unternehmensstrategie nachhaltig verbessern,
# die eigene Position in Beschaffungs- und Absatzmärkten entsprechend der strategischen Ausrichtung bestimmen und entwickeln,
# die Personalgewinnung und -entwicklung strategisch planen und umsetzen sowie Personal führen.
Mit einem strategisch ausgerichteten Verständnis des Handelns soll der Geprüfte Betriebswirt nach der Handwerksordnung und die Geprüfte Betriebswirtin nach der Handwerksordnung diese Aufgaben mit betriebswirtschaftlicher Fachkompetenz, verbunden mit Methoden-,Führungs- und Sozialkompetenz wahrnehmen. Bei der Erarbeitung neuer Lösungen sind die ökonomischen, ökologischen und sozialen Dimensionen eines nachhaltigen Wirtschaftens zu berücksichtigen.
Diese Inhalte sind im Rahmenlehrplan in die folgenden Qualifikationsbereiche integriert:* Strategieentwicklung
* Unternehmensführung
* Personalmanagement
* Innovationsmanagement
Ein zentraler Aspekt des Rahmenlehrplans ist die Kompetenzorientierung, die Aspekte der Fach‐, Methoden‐, Führungs‐ und Sozialkompetenz in sich trägt. Die Bearbeitung komplexer Problemlösungen spiegelt sich in der Ausgestaltung der schriftlichen Prüfungsteile wider. Diese werden anhand betrieblicher Situationsaufgaben formuliert, die als Abbilder der betrieblichen Realität kompetenzorientierte Prüfungen zulassen.
Der Zeitrichtwert für den Präsenzunterricht beträgt 700 Stunden, es besteht jedoch eine Abweichungsmöglichkeit von 10 % nach unten oder oben.
;Prüfende Einrichtung:Die Prüfung zum/zur Betriebswirt/-in (HWK) wird durch die Handwerkskammern abgenommen. Die jeweils prüfende Handwerkskammer bestimmt einen Prüfungsausschuss, der für die Durchführung der Prüfungen verantwortlich zeichnet.
;Prüfungszulassungsvoraussetzungen:* eine erfolgreich abgelegte Meisterprüfung in einem Handwerk oder Fachwirt/in oder Fachkaufmann/kauffrau nach der Handwerksordnung oder
* einen anerkannten Fortbildungsabschluss nach einer Regelung auf Grund des Berufsbildungsgesetzes zum Industriemeister und zur Industriemeisterin, Fachwirt/in, Fachkaufmann/kauffrau, zu einem Fachmeister oder einen Abschluss zum Staatlich geprüften Techniker und Staatlich geprüften Technikerin oder einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule mit vergleichbaren Qualifikationen und eine mindestens einjährige Berufspraxis oder
* einen Fortbildungsabschluss mit anderen einschlägigen Qualifikationen und eine mindestens dreijährige Berufspraxis nachweist.
;Finanzielle Fördermöglichkeiten:Teilnehmer können zur Förderung der Fortbildungskosten und Prüfungsgebühren Leistungen über das Meister-BAföG beantragen.
Geprüfter Betriebswirt (ehemals Betriebswirt IHK)
Der Geprüfte Betriebswirt ist eine kaufmännische Aufstiegsfortbildung, die mit einer öffentlich-rechtlich anerkannten Prüfung vor einer Industrie- und Handelskammer abschließt. Der Geprüfte Betriebswirt zählt zu den höchsten Abschlüssen der IHK in Deutschland. Als gleichgestellte Sonderform gibt es den Geprüften technischen Betriebswirt und den Geprüften Berufspädagogen. Um eine dieser Qualifikationen zu erlangen muss man sich der entsprechenden Fortbildungsprüfung der zuständigen IHK unterziehen.
Geprüfte Betriebswirte sind befähigt, unternehmerisch kompetent, zielgerichtet und verantwortungsvoll Lösungen für betriebswirtschaftliche Problemstellungen der Unternehmen insbesondere im Zusammenhang mit den Herausforderungen des internationalen Wettbewerbs entwickeln zu können. Dabei sind die ökonomischen, ökologischen und sozialen Dimensionen eines nachhaltigen Wirtschaftens zu berücksichtigen. In diesem Zusammenhang üben sie folgende Aufgaben aus:
* Strategiefindung und -umsetzung im Rahmen einer nachhaltigen Unternehmensführung* Gestaltung der organisatorischen Rahmenbedingungen des Unternehmens unter Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechniken
* Auswahl und Einsatz der personalwirtschaftlichen Instrumente zur Sicherung der Unternehmensziele
* Leitung und Koordination der betrieblichen Leistungsprozesse unter Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen.
;Fortbildungsinhalte:Geprüfte Betriebswirte verfügen über Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen, die sie in der Regel durch eine einschlägige Berufsausbildung, einer Fachwirte- oder Fachkaufmannfortbildungsprüfung, mehrjährige Berufserfahrung sowie in einem gesonderten Vorbreitungslehrgang zur Prüfung erworben haben, der sie zu folgenden Qualifikationen befähigt:
Wirtschaftliches Handeln und betriebliche Leistungsprozesse* Marketing-Management
* Bilanz- und Steuerpolitik des Unternehmens
* Finanzwirtschaftliche Steuerung des Unternehmens
* Rechtliche Rahmenbedingungen der Unternehmensführung
* Europäische und internationale Wirtschaftsbeziehungen
Führung und Management im Unternehmen
* Unternehmensführung
* Unternehmensorganisation und Projektmanagement
* Personalmanagement
;Fortbildungsdauer:Die Fortbildung zum Geprüften Betriebswirt umfasst gemäß IHK-Rahmenstoffplan ca. 750 UnterrichtsstundenIHK-Weiterbildungsprofil: [http://wis.ihk.de/ihk-pruefungen/weiterbildungsprofile/weiterbildungsprofil/gepruefter-betriebswirt-gepruefte-betriebswirtin.html?tx_wisfepluginwbprofile_pi1sort=pp_art%3A0&tx_wisfepluginwbprofile_pi1pointer=0&cHash=03857442ff Geprüfter Betriebswirt (IHK)] und wird von Weiterbildungsanbietern sowohl in Vollzeit als auch berufsbegleitend zwischen dreieinhalb und 24 Monaten angeboten.
Grundsätzlich besteht keine Pflicht, einen Vorbereitungslehrgang zu besuchen. Die Zahl der Unterrichtsstunden für eine Fortbildung stellt lediglich eine Empfehlung dar, von der abgewichen werden kann.
;Prüfende Einrichtung:Zur Durchführung einer Prüfung zum/zur Geprüften Betriebswirt/-in wurde eine Rechtsverordnung des Bundes vom 12. Juli 2006 verabschiedet, die eine öffentlich-rechtliche Prüfung vor einer Industrie- und Handelskammer regelt. Die jeweils prüfende IHK bestimmt einen Prüfungsausschuss, der für die Durchführung der Prüfungen verantwortlich zeichnet.
;Prüfungszulassungsvoraussetzungen:Zur Prüfung kann zugelassen werden, wer
* eine mit Erfolg abgelegte IHK-Aufstiegsfortbildungsprüfung zum Fachwirt oder Fachkaufmann oder eine vergleichbare kaufmännische Fortbildungsprüfung nach dem Berufsbildungsgesetz nachweist oder
* eine mit Erfolg abgelegte staatliche oder staatlich anerkannte Prüfung an einer auf eine Berufsausbildung aufbauenden kaufmännischen Fachschule und eine anschließende mindestens dreijährige Berufspraxis
nachweist.
;Finanzielle Fördermöglichkeiten:Teilnehmer können zur Förderung der Fortbildungskosten und Prüfungsgebühren Leistungen über das Meister-BAföG beantragen.
Betriebswirt/-in (VWA)
Der Betriebswirt (VWA) wird von Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien (VWA) angeboten. Es gibt zwei unterschiedliche Varianten:
;Abendstudiengang:Der Abendstudiengang richtet sich an kaufmännisch vorgebildete Person mit Berufserfahrung. Das Studium wird hierbei an 3-4 Abenden pro Woche berufsbegleitend durchgeführt und dauert sieben Semester.
;Abiturientenstudiengang:Dieser Variante ist ausschließlich Abiturienten vorbehalten, diese müssen zudem einen Ausbildungsplatz bei einem Unternehmen haben. Im Regelfall werden die Studiengebühren und eine Ausbildungsvergütung vom Ausbildungsbetrieb gezahlt. Das Studium findet im Wechsel statt, den größeren Teil ist der Student in seinem Ausbildungsbetrieb um die praktischen Kenntnisse zu erwerben, für die theoretischen Kenntnisse besucht der Student jeweils in Vollzeitblöcken die Vorlesungen der VWA. Dauer des Studiums ist drei Jahre.
;Voraussetzungen:*Fachoberschulreife
*kfm. Berufsausbildung
*1 Jahr kfmännische Berufserfahrung
;Dauer:*durchschnittlich 900 Unterrichtsstunden berufsbegleitend
;Art der Abschlussprüfung:*institutsinterne Abschlussprüfung
;Weitere Bildungsmöglichkeiten nach Abschluss der Ausbildung (Auszug):Die VWA bieten verschiedene Aufbaustudiengänge an, so zum Beispiel zum Controller/in (VWA) oder zum Marketing- und Vertriebsmanager/in (VWA).
Andere bekannte Betriebswirte
* Bankbetriebswirt/-in (Voraussetzung: Bankfachwirt),
* Versicherungsbetriebswirt/-in (Voraussetzung: Versicherungsfachwirt),
* Gepr. Technische/r Betriebswirt/-in (Voraussetzung: Fortbildungsprüfung zum Industriemeister oder gleiches Niveau),
* Technische/r Fachwirt/-in HWK (Voraussetzung: Gewerblich-technische Ausbildung).
Siehe auch
Weblinks
*[http://www.aubi-plus.de/berufsbilder/berufsliste_koop.html?BT_ID=3 Übersicht der meisten Ausbildungsgänge]
*[http://www.itb.de/Portals/0/Downloads/itb_RLP-gepr%20%20Betriebswirt%20HwO.pdf Rahmenlehrplan zum Betriebswirt nach HWO, Pdf-Datei]
*[http://www.bmbf.de/intern/upload/fvo_pdf/Betriebswirt_nach_der_Handwerksordnung.pdf Betriebswirt nach der Handwerksordnung, Pdf-Datei]
Einzelnachweise
Kategorie:Betriebswirtschaftlicher Abschluss
Kategorie:Kaufmännischer Beruf
Business manager
Ingénieur d'affaires
simple:Business manager
Text und Bilder dieses Beitrags stammen aus dem Artikel Betriebswirt der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU Free Documentation License. Die Liste der Autoren ist in der Wikipedia unter dieser Seite verfügbar, der Original-Artikel lässt sich hier bearbeiten.